Lesung & Gespräch: „50 Gramm Paradies“

Beirut, 1994. Es sind zehn Jahre vergangen, seit Maja den Libanon verlassen hat. Nun ist sie zurückgekommen, die Verheerungen des zu Ende gegangenen Bürgerkriegs sind überall sicht- und spürbar, nicht nur in den Straßen, sondern vor allem in den Seelen der Menschen. Bei Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm findet Maja zwischen Ruinen der Stadt einen abgewetzten Lederkoffer, dessen Inhalt – Briefe, Fotos, Tagebücher – ihr Leben auf den Kopf stellt. Majas Recherchen führen sie auf die Spur der syrischen Journalistin Nura, die, vom Geheimdienst verfolgt, Ende der 70er Jahre in den Libanon geflüchtet war.

Iman Humaidan zeichnet ein vielschichtiges Bild vom Leben während des libanesischen Bürgerkriegs und von der Zeit danach, sie beleuchtet die Verdrängung kollektiver wie persönlicher Schuld und die Schicksale der Minderheiten – Kurden, Armenier, Juden – in der multikonfessionellen Region.

Iman Humaidan, geboren 1956 in Ain Anub / Libanon, studierte Soziologie in Beirut. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet sie an europäischen und amerikanischen Universitäten Arabisch und Kreatives Schreiben. Sie ist Präsidentin des libanesischen P.E.N.-Zentrums und lebt in Paris und Beirut. Ins Deutsche übersetzt sind ihre Romane „Wilde Maulbeeren“, „B wie Bleiben wie Beirut“, „Andere Leben“, alle erschienen im Lenos Verlag.

Wann? Mittwoch, 3. Mai 2017, ab 19.30 Uhr
Wo? Galerie Untersberger-Kerschbaumer, Wolf-Dietrich-Straße 4a, 5020 Salzburg
Eintritt: frei

 

Veranstalter:

    

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