Buch des Monats Mai I 2019

Widerstand in der Demokratie

Ziviler Ungehorsam und konfrontative Kampagnen

Dieses Buch ist mit seiner dritten Auflage aus 2015 zwar nicht mehr ganz neu, aber umso aktueller. Martin Balluch ist spätestens seit dem Wiener Neustädter Tierschutzprozess (2010/11) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er wird vorrangig mit Tierschutz und Aktivismus zu Tierrechten in Verbindung gebracht und auch das diskutierte Buch dreht sich inhaltlich sehr stark um Kampagnen aus diesem Bereich. Dennoch muss eine Empfehlung an alle ausgesprochen werden, die sich mit politischem Aktivismus jeglicher (gewaltfreier) Art und Kampagnenarbeit auseinandersetzen. Widerstand in der Demokratie bietet nämlich eine Fülle an Erfahrungen und Hinweisen, was die Umsetzung einer Idee zur Kampagne anbelangt. Dabei ist es verständlich geschrieben und setzt kein Vorwissen voraus.

Zusätzlich lässt sich einiges über Martin Balluchs theoretischen und ideologischen Background erfahren, bspw. wenn er in einem Kapitel näher auf die Ansätze und Arbeiten von Martin Luther King eingeht.

Daneben lässt sich so einiges über die Dynamiken  in demokratischen Gesellschaften erfahren, was das Wechselspiel zwischen der Regierungspolitik, der außerparlamentarischen Politik (oder Zivilgesellschaft) und den machtbestimmenden Einflüssen von wirtschaftlichen Akteur*innen am Beispiel Österreich der letzten 20-30 Jahre betrifft. Dies ist durchaus für alle ergiebig, die an gesellschaftlichen Prozessen und Politik interessiert sind, ganz unabhängig davon, ob sie bereits selbst gesellschaftlich aktiv geworden sind. DS

 Martin Balluch (2009): Widerstand in der Demokratie. Ziviler Ungehorsam und konfrontative Kampagnen. Promedia

 

Martin Balluch ist am 14. Mai bei Widerständig zu Gast in Salzburg

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