KULTUR(EN) DES FRIEDENS

Dokumentation zur Tagung

Die große Vielfalt und die Spannungsfelder der Friedensarbeit standen im Fokus der internationalen Friedenstagung von 15. bis 17. Oktober 2018 in St. Virgil Salzburg. Zur Tagung eingeladen haben das Friedensbüro Salzburg, St. Virgil Salzburg, der Arbeitskreis Friedenspädagogik und die Stille Nacht 2018 GmbH. 

Werner Wintersteiner zu „Friedenspädagogik als konkrete Utopie“

Das Jubiläum „200 Jahre Stille Nacht“ diente als Ausgangsbasis für die Tagung in St. Virgil. Mit dieser Veranstaltung wurde die Chance genützt, das Jubiläumsthema Frieden auch auf einer poltischen und praktischen Ebene zu betrachten.
Die Arbeit an einer Friedenskultur ist weder einfach noch einspurig und zahlreichen Spannungsfeldern ausgesetzt. Dies wurde auch am Eröffnungsvortrag von Isolde Charim deutlich: Gelebte Friedenskultur muss eine gelebte Konfliktkultur sein. Sie ist kein Zustand, sondern Prozess. Nicht die Harmonie verbinde in erster Linie, sondern der Konflikt. Über 170 Tagungsgäste setzten sich an den drei Tagen mit der diesem Thema in unterschiedlichen Kernbereichen auseinander.

„Es braucht in unserer Arbeit immer wieder eine Zeit und einen Ort der Unterbrechung um eigene Standpunkte neu zu verorten, sich zu vernetzen, Energien zu bündeln. Und dann gilt es die dabei entstandenen Ideen wieder in die eigenen Wirkungsbereiche hinauszutragen.“
Gunter Graf, Studienleiter St. Virgil Salzburg

Sabine Beck (Netpeace-Sprecherin, Greenpeace)

Wer denkt, eine Konferenz zum Thema Frieden beschäftige sich mit einer verstaubten Bewegung, die zwischen 1960 und 80 ihren Höhepunkt erreichte, hat geirrt. In der Form von Podiumsdiskussionen, Panels und Workshops wurde breit diskutiert, was Friedensarbeit heute kann und muss. Klar wurde dabei vor allem auch, dass Frieden kein Nischenthema ist, dass nur eine kleine Gruppe angeht: Tagungsgäste wie beispielsweise Werner Wintersteiner, Hanne-Margret Birckenbach, Ulrike Lunacek und Gerhard Haderer haben nur auf den ersten Blick wenig gemein, denn sie alle arbeiten an einer Kultur des Friedens.

„Ein langfristiger und nachhaltiger Friede ist nur möglich, wenn er von einer möglichst breiten Masse getragen wird. Das bedeutet, dass es viele verschiedene Impulse aus Politik und Gesellschaft braucht, die nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich ergänzen.“
Kristina Langeder, Programmleitung, Friedensbüro Salzburg

Workshop mit Klaus Werner-Lobo

Für den Frieden gewaltfrei zu kämpfen, lohnt sich in Hinblick auf unsere Weltgesellschaft, Ökologie, den Medien, unserer Arbeitswelt, der Schule, Nachbarschaft, Familie. Kurz um: Jede und jeder hat ein Interesse daran. Und Frieden machen, heißt sich einmischen, in Beziehung gehen, wenn gefordert auch in den Widerstand. Deshalb schlägt Isolde Charim eingangs bereits ein anderes Wort für Frieden vor, nämlich Demokratie. Die Tagung aber hat deutlich gemacht, dass der Friedensbegriff keineswegs in der Schublade landen muss. Das zeigten die zahlreichen Reaktionen zur Tagung.

„Ich halte dieses dröhnende Schweigen nicht mehr aus, das uns umgibt“
Gerhard Haderer, satirischer Zeichner, Linz

Podiumsdiskussion zu „Kultur zwischen Harmonie, Dissonanz und Widerstand“ v.l.n.r.: Reinhard Grabher, Elsbeth Wallnöfer, Gerhard Haderer, Michael Neureiter

Auch Gerhard Haderer, Michael Neureiter und Elsbeth Wallnöfer, Volkskundlerin, Wien sendeten zum Abschluss einen deutlichen Appell an die Tagungsgäste: „Vielleicht finden sich heute andere Wege, als die Demonstrationen in den 80ern“, bestärkt auch Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, Salzburg „Schärft eure Sprache, traut euch mit eurer Arbeit nach außen“, so Wallnöfer.

 

 

 

 

Wir, die VeranstalterInnen der Tagung, bedanken uns sehr herzlich bei der Vorbereitungsgruppe zur Konferenz, allen KooperationspartnerInnen und UnterstützerInnen . Unser Dank gilt besonders auch allen ReferentInnen und Tagungsgästen, die mitgewirkt haben!

 


Zum Nachlesen, Nachsehen und Nachhören:

Vorträge

Radiosendung

Berichterstattung

 

Fotos: © Alexander Schmidjell

Die Tagung KULTUR(EN) DES FRIEDENS ist eine gemeinsame Veranstaltung von Friedensbüro Salzburg, St. Virgil Salzburg, Arbeitskreis Friedenspädagogik in der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung GmbH e.V. und Stille Nacht 2018 GmbH. In Kooperation mit zahlreichen Vereinen, Organisationen und Initiativen. Mit finanzieller Unterstützung durch Land Salzburg, Stille Nacht 2018 GmbH, Stadt Salzburg und Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung

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