Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen den religiösen Extremismus umdenken müssen

Generation Allah

Bildquelle: www.fischerverlage.de

Warum zieht es Jugendliche in den Dschihad? Ist der Islam verantwortlich für den Terror? Und wie können wir uns dem religiösen Extremismus stellen? Der renommierte Islamismusexperte und Psychologie Ahmad Mansour beantwortet diese Fragen mit beeindruckender Klarheit und Reflexion. Denn keiner kennt wie er beide Seiten. Bevor der den mühsamen Ausstieg schaffte, war er selbst radikaler Islamist. Jetzt betreut Mansour in Berlin Familien von radikalisierten Jugendliche und setzt sich in zahlreichen Projekten für eine konstruktive Präventionsarbeit ein.

Die Präventionsarbeit liegt Ahmad Mansour besonders am Herzen. Dessen Reform, fordert er, müsse an zwei Punkten ansetzen: Erstens auf politischer Ebene, weil hier die Entscheidungen über die Konzepte geschaffen würden. Zweitens müsse die Ausbildung von Lehrern und Sozialarbeitern verändert werden. Diese seien unmittelbar mit den geschilderten Problemen konfrontiert und müssten entsprechend reagieren können. Durch eine neu gedachte, auf gesellschaftlicher Ebene angelegte und neu konzipierte Präventionsarbeit könnten wir – so Mansour weiter – in der nächsten Generation die meisten derjenigen, die für radikale Tendenzen anfällig sind, erreichen und verhindern, dass sie eine radikale Karriere einschlagen. „Wenn wir uns weiterhin darauf beschränken, dort einzugreifen, wo die Radikalisierung schon stattgefunden hat, wenn wir weiterhin  nur versuchen, notdürftig zu kitten und Scherben aufzukehren, dann werden wir an der Übernacht des Phänomens der Generation Alllah scheitern.“ (S.73) Ahmad Mansour streicht Deradikalisierung und Beratung als immens wichtigen Faktor immer wieder heraus. Trotzdem weist er darauf hin, dass das nicht auf Kosten der Präventionsarbeit erfolgen dürfe.

Am Schluss seines Buches formuliert der Autor zehn konkrete Vorschläge, diesem blinden Fleck in der Gesellschaft vorzubeugen. Darin schlägt er u.a die Einrichtung eines Amt eines/r Bundesbeauftragten zur Prävention und Bekämpfung ideologischer Radikalisierung vor. Er fordert die Forcierung des systematischen Erlernens des Debattierens in Unterricht, in Politik, Ethik und Gesellschaftskunde sowie einen klaren, nicht fakultativen Platz des Phänomens der ideologischen Verführung und Radikalisierung bei Kindern und Jugendlichen in Ausbildungsgängen für künftige PädagogInnen. Nicht zuletzt fordert er die deutschen Muslime auf, zu beginnen, miteinander eine innerislamische Debatte zu führen. (S. 257ff)

HPG

Ahmad Mansour: (2015) Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen den religiösen Extremismus umdenken müssen. S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main. Zur Bestellung

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