„Ihr seid Scheiße – ihr seid Schuld“: Umgang mit kollektiven Kränkungen im pädagogischen Kontext

Artikel von Dipl. Päd. Hans Peter Graß, MA
(gekürzte Version erschienen im „Kranich“, Herbst 2017)

Kollektive Kränkungen: Was verbirgt sich hinter diesem sperrigen Begriff, der auf den ersten Blick  Abwehr und Unverständnis auslöst, bei näherer Erläuterung jedoch auf starke persönliche Resonanz und Interesse stößt? Kollektive Kränkungen, so unterschiedlich sich deren Art und Ursprung auch äußern, sind im Alltagsleben vieler Menschen präsent und lösen daher sehr häufig heftige Reaktionen aus, deren Hintergründe sich auf den ersten Blick nicht gleich deuten lassen.

Da ist die muslimische Schülerin, die nach dem Anschlag im Pariser Bataclan in der Schule gefragt wird, was ihre Glaubensbrüder motiviert, „sowas“ zu tun, der deutsche Urlauber, der als Nazi beschimpft wird, weil er gerade jemandem den Parkplatz weggenommen hat oder der türkische Ladenbesitzer, der wieder einmal gefragt wird: „Was ist da bei Euch in der Türkei schon wieder los?“ Aber auch gutgemeinte Kommentare und Fragen fallen in diese Kategorie. Die junge Romni, die gerade die Matura bestanden hat und Anerkennung erfährt, dass sie dies geschafft habe, obwohl sie Romni sei. Oder die armenische Künstlerin, die in jedem Gespräch auf den Genozid an armenischen Menschen angesprochen wird und sich künstlerisch darauf reduziert fühlt.

Unter kollektiven Kränkungen verstehen wir Verletzungen, die durch kränkende Zuschreibungen aber auch durch aktuelle oder vergangene systematische Diskriminierungs- und Verfolgungserfahrungen einer Großgruppe entstehen, mit der sich die betroffene Person mehr oder weniger identifiziert. Wer mit Menschen, die in Gewalt- und Radikalisierungsprozessen gefangen sind, zu tun hat, wird auf der Suche nach Ursachen und Hintergründen in vielen Fällen auf unbearbeitete individuelle aber auch kollektive Kränkungserfahrungen stoßen. Kollektive Kränkungen lassen sich schwerer entschlüsseln, weil diesen in vielen Fällen keine konkreten, offensichtlichen, persönlichen Kränkungserfahrung zugewiesen werden können bzw. es sich um Phämonene handelt, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und sich in einem langwierigen Prozess zunehmend verfestigt haben.

Gerade im pädagogischen Kontext ist es von besonderer Bedeutung, die Begrifflichkeit, die der ganzen Thematik  zugrunde liegt, genauer unter die Lupe zu nehmen. Das trifft auf die Abgrenzung von Traumata und Kränkungen aber auch auf die Frage der individuellen bzw. der kollektiven Ausprägung zu:

Individuelle Traumata:

Das griechische Wort Trauma, eine „Wunde, die aufbricht“, meint ursprünglich die körperlichen Konsequenzen, die ein Organismus nach einem gewaltigen Schlag erleidet. Ins Psychologische übertragen bedeutet es die Konfrontation mit einem Ereignis, das real stattgefunden hat, dem sich das Individuum schutz- und hilflos ausgeliefert fühlt und bei dem die gewohnten Abwehrmechanismen erfolglos sind. Traumatisierende Erfahrungen sind existenzielle Erfahrungen, die Menschen mit dem Tod konfrontieren. Das gewohnte Leben, Lebenseinstellungen und Wertehaltungen geraten durcheinander und werden zunehmend gestört. Darüber hinaus erfolgt eine dauerhafte Erschütterung des Urvertrauens, des Vertrauens ins Leben, des Selbst- und Wertverständnisses des Menschen und seiner spirituellen Anbindung. (vgl. Winklhofer, S.3)

Kollektive Traumata:

Kollektive Traumata betreffen hingegen Gruppen, die von einer anderen Gruppe zum Opfer gemacht und gedemütigt werden und den Verlust von Menschenleben, Land oder gemeinsamem Selbstwertgefühl erfahren haben oder weiterhin erfahren. In Gesellschaften, die von kollektiven Traumatisierungen geprägt sind, nehmen Zeitverwirrungen, Leugnen der Trauer und Hilflosigkeit, Störungen der zwischenmenschlichen Beziehungen, geteilte anhaltende Ängste und Regressionen zunehmend Einfluss auf Entscheidungsprozesse (vgl. Volkan, 197). Kollektive Traumatisierungen wie z. B. die Erfahrung des Holocaust wirken sich nachträglich auch auf die individuelle Ebene aus: Schlaflosigkeit, Angst, Kontrollverlust, Schweigen, Verdrängung, individuelle und soziale Entfremdung – von sich selbst wie auch von der sozialen Umgebung – werden genauso wirksam wie Gefühle der Entwurzelung  physischer und psychologischer Art (vgl. Bar On, 21).

Luc Ciompi und Elke Endert verweisen in ihrem Buch „Gefühle machen Geschichte“ darauf, dass auch nicht direkt am Trauma beteiligte Menschen häufig die gleichen Symptome wie Angst, Depressionen, Schuldgefühle, Somatisierungen oder Lebendig-tot-sein zeigen, wie direkt betroffene. (Ciompi/Endert, 115).

Die Sozialwissenschaftlerin Nikola Busse unterscheidet in diesem Zusammenhang  objektive von gewählter kollektiver Traumatisierung: „Bei einer objektiven Traumatisierung werden“, so Busse,  „Menschen durch ein reales Erlebnis traumatisiert, weil sie Mitglied einer Gruppe sind und aufgrund dieser Zugehörigkeit Verfolgungs- und Unrechtserfahrungen ausgesetzt sind“ (Busse, 105).

Eine gewählte Traumatisierung zeichnet sich hingegen aus durch die Möglichkeit, eine Wahl zu haben, dem traumatisierenden Ereignis eine Bedeutung zuzuschreiben. Bei einer sogenannten kollektivierten kulturellen Traumatisierung „begreift eine Gruppe von Menschen im Zuge von historischen und kulturellen Prozessen ein in der Vergangenheit liegendes, traumatisches Referenzereignis immer mehr als bedeutend, wodurch dieses deren kollektive Identität, das Gruppenbewusstsein, die Erinnerung und die zukünftige Identität beeinflusst“ (Busse, 103).

Transgenerationale Weitergabe von Traumata:

In dem vom israelischen Psychologen und Friedensforscher Dan Bar On initiierten „Hamburg-Projekt“, in dem Nachfahren von Holocaust-Überlebenden mit Nachfahren von Nazi-Kriegsverbrechern und in der Folge mit Menschen aus aktuellen Kriegs- und Krisengebieten zusammentrafen, warf ein nordirischer Teilnehmer die Frage auf: „Ich wollte wissen, warum Kinder so leidenschaftlich  an Ereignissen teilhaben, die vor ihrer Zeit geschehen sind, die Zeugen von Begegnungen sind, und nun Narben und Erinnerungen aus einer Zeit tragen, auf die sie keinen Einfluss haben“ (Hetherington, in BarOn, 138). Individuelle und kollektive traumatische Erfahrungen können offensichtlich transgenerationell weitergegeben werden.

Der kanadische Psychoanalytiker Vamik Volkan weist in seinem Buch „Das Versagen der Diplomatie“ darauf hin, dass die Unfähigkeit und Schwierigkeit einer Gruppe zu trauern, einen Prozess massiver generationsübergreifender Weitergaben auslösen kann, „so als würden die Individuen einer künftigen Generation die Aufgabe des Trauerns vollenden, die ihre Vorfahren nicht erfüllen konnten. Wenn die Kinder mit dem, was in ihnen dabei deponiert wird, nicht umgehen können, werden sie als Erwachsene dann auch wiederum diese an die nächste Generation weitergeben“ (vgl. Volkan, 74). Die Kinder erhielten dabei bewusste und unbewusste Weisungen, wie sie auf das ursprüngliche Trauma zu reagieren hätten, welches dann zu einem Gruppenmerkmal würde, mit dem Ziel, die einzelnen miteinander zu verbinden (vgl. Volkan, 145). Ähnlich äußern sich diese Übertragungen aber auch, „wenn es um Formen von Verschweigen oder Verdrängen geht. In diesem Fall wollen die Eltern ihren Kindern das Nachempfinden der erlebten Ängste ersparen. Die Kinder ahnen, spüren das verschwiegene Grauen, leiden in wachsender Angst vor dem Unausgesprochenen mit, bis zum Gefühl des Mitleidenmüssens mit dem erfahrenen Leid der Eltern“ (Bar On, 38).  Diese Last ist besonders bei Nachkommen von Menschen, die von genozidären Erfahrungen betroffen waren, von erdrückender Bedeutung und wird gleichzeitig als traumatisierende Erfahrung unterschätzt oder gar geleugnet.

Opfer- und Tätertraumata:

Dan Bar On trifft in seinem Buch „Den Abgrund überbrücken“ eine Unterscheidung zwischen Opfer- und Tätertraumata und weist damit auf jeweils zu problematisierende Aspekte hin:

Gruppen, die mit eigenen kollektiven Opfer- bzw. Tätererfahrungen konfrontiert sind, neigen dazu, „diese Positionierungen zu verfestigen, sie zu stilisieren bzw. permanent zu reproduzieren“ (Sagy, in Bar On, 113). Dies trifft in erster Linie auf Opfergruppen zu, die in einem unabgeschlossenen oder nicht gelungenen Trauerprozess versuchen, ihren Schmerz und ihre Hilflosigkeit zu verarbeiten. Eine Gruppe, die in einer Phase „steckenbleibt“, in der sie sich als immerwährendes Opfer empfindet ohne etwas dagegen unternehmen zu können, kehrt ihre geteilten Frustrationsgefühle im Zweifel nach innen und richtet sie gegen sich selbst, also gegen die Gruppe, so wie ein depressiver Mensch, der seine Aggression nach innen, gegen sich selbst richtet“ (Volkan, 142). Dieser Prozess der Selbst- und Fremdzuschreibung eines Opferstatus` kann aber auch dazu führen, diese Rolle zu idealisieren und dadurch jegliche eigene schuldhafte Beteiligung zu leugnen. Volkan verweist dahingehend darauf, dass  aufgrund der Tatsache, dass Armenien ursprünglich die Ressourcen gefehlt hätten, um das dem Volk zugefügte Leid zu rächen, diese insgeheim das Gefühl, zu Opfern gemacht zu werden, idealisiert hätten (vgl. Volkan, 142). Diese Phänomene lassen sich auch in unzähligen anderen Nachkriegskontexten beobachten.

Auch Elias Canetti beschreibt in „Masse und Macht“ die Rolle von Klagereligionen und die permanente rituelle Verfestigung von Opferrollen und führt den Katholizismus und die Schia als besonders geeignete Beispiele an (vgl. Canetti, 158f).

Manche Gruppen versuchen aber auch, mit dem Legat kollektiver Opfererfahrungen fertig zu werden, indem die Gruppenidentität durch eine Anspruchsideologie  oder offener und aktiver in Form von Revanchismus gefördert wird. Volkan sieht diese Gemengenlage von Opferstatus, Anspruchsdenken und Revanchismus z. B. untrennbar mit den Fäden der palästinensischen Identität verbunden (vgl. Volkan, 139).

Eine besonders verhängnisvolle Form der Verarbeitung von kollektiven Opfererfahrungen kommt der Identifikation mit dem „Angreifer“, dem „Täter“ (vgl. Volkan, 190) zu,  die insbesondere in Assimilierungsprozessen und ungeklärten Identitätsirritationen zu tragen kommen. Harald Welzer verweist z. B. darauf, dass „gerade Personen bzw. Personengruppen mit ungeklärten oder negativ besetzten Identitätsmerkmalen zu verstärktem Opfer- und Täterstatus tendieren (Welzer, 58).

Von kollektiven Kränkungen sind aber auch Personen betroffen, die sich mit einer Gruppe identifizieren, die mit kollektiver Täterschaft in Verbindung  mit schuldhaftem Verhalten konfrontiert ist. Während aus der transgenerationellen Übernahme von Opferrollen Verpflichtung und Solidarität entsteht, führt die Übernahme von Täterschaft zu Abwehr und Verleugnung oder aber auch zur aggressiven Selbstzuschreibung. Während die illegitimierte Täterschaft, die mit Schuld und Scham verbunden ist, aus dem kollektiven Bewusstsein verdrängt und vergessen wird (vgl. Busse, 105), kommt es gerade bei radikalisierten Gruppierungen zu übersteigert aggressiver Übernahme von Täterrollen.

Geteilte Scham- und Schuldgefühle (wie z. B. im Nach-Kriegs-Deutschland oder -Japan) können einem notwendigen Trauerprozess hinderlich sein Die Studien von Alexander und Margarete Mitscherlich kommen u.a. zum Schluss, dass eine Kultur, die von Scham durchdrungen ist, Erinnerung, Trauer und Vergebung verhindert (vgl. Volkan, 181). Gelegentlich kann ein frisch geteiltes Schamgefühl aber auch zu einer Massenbewegung, neuen politischen Doktrinen und Angriffen gegen die bestehende politische Ideologie und Politik einer Gruppe führen. In solche Fällen empfinden viele Personen in einer Großgruppe Scham wegen der Dinge, die Ihresgleichen getan haben, wobei sich diese Scham dann mit Frustrationen und Wut vermischt (USA-Vietnam-Krieg, Israel, Nachkriegs-Deutschland, …). Zumindest längerfristig können solche konfrontativen und konfliktträchtigen Dynamiken notwendige kollektive Erinnerungsprozesse initiieren oder zumindest anschieben.

 

Kränkende Zuschreibungen und Narrative

Zahlreiche traumatische Erfahrungen sind kombiniert mit negativen Zuschreibungen, die sich z. B. auf Sprache, Aussehen, Leistungsfähigkeit, körperliche oder psychische Minderwertigkeit, sexuelle Neigungen oder politische Überzeugungen beziehen. Diese Stigmata, wie sie Erving Goffman in seinem gleichnamigen Buch beschreibt, die Entwertung der kollektiven Identität zu einem rein negativen Symbol und die  Zerstörung des eigenen individuellen wie kollektiven Selbstwertgefühls durch entwürdigende Fremdzuschreibungen sind für alle Menschen höchst beschämende und daher sehr schmerzhafte Erfahrungen (vgl. Goffman, 84). Solcherart mit öffentlicher Zustimmung stigmatisierte Menschen können auf unterschiedliche Weise reagieren:

Ciompi/Endert verweisen auf das Phämonen, auf Scham-, Schuld- und Demütigungsgefühle mit Aggression zu reagieren mit dem Ziel der Wiederherstellung von Würde und verlorenem Selbstwert. „Scham und Demütigung führen in der Regel nicht nur zu Gefühlen der Zerknirschung und Depression, sondern auch zu unterdrückter Wut, die sich in der Folge in plötzlichen Gewaltausbrüchen Luft machen kann (vgl. Ciompi/Endert, 41). Die Journalistin Dorothee Frank formuliert in ihrem Buch „Menschen töten“: „Kaum ein psychisches Negativerlebnis reizt Menschen zudem so leicht zur Gewalt wie der Zorn über vermeintliche oder wirkliche Angriffe auf ihre Selbstachtung oder auf die ihrer Gruppe“ (Frank, S.34). Auch für Zygmunt Baumann sind aggressive Handlungen häufig Ausdruck dafür, geraubte Selbstachtung zurückgewinnen zu wollen (vgl. Baumann, 40).

Der schmerzhafte Schlag für die Selbstachtung der stigmatisierten Person kann aber auch ein Gefühl der Scham und der Schmach auslösen, das zu einer unerträglichen Selbstverachtung führt und  in Depression und oft auch in einer allgemeinen Unfähigkeit zur Bewältigung des eigenen Lebens endet (vgl. Baumann 40f).

Während diese beschriebenen Reaktionen wenigstens teilweise öffentlich wahrgenommen werden, trifft dies nicht zu, wenn die stigmatisierte Person das zugeschriebene Urteil akzeptiert. In diesem Fall kommt es zu einer Selbstzuschreibung  und dadurch zu einer dauerhaften Verfestigung der kränkenden Narrative.

Es liegt auf der Hand, dass negative Zuschreibungen in Verbindung mit kollektiven Trauma-Narrationen sich besonders gut für eine politische Instrumentalisierung eignen. Nikola Busse spricht dabei von „Traumapolitik“, die „die politische Manipulation umfasst, die Schaffung kollektiven Opfer-Bewusstseins, das wachgehalten werden muss, um Widerstand zu legitimieren und heroische Gegenwehr zu mobilisieren. Die traumatische Situation ist an und für sich schon das Ergebnis einer Spaltung dieser Art und ihr folgt wiederum eine Spaltung in Gut und Böse als Reaktion. Die Errichtung klarer Feindbilder erscheint dem Kollektiv ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Eine Auseinandersetzung mit der Realität wird durch die Spaltung verhindert und durch Beschuldigungen ersetzt, die ein weiteres charakteristisches Reaktionsmuster darstellen“ (vgl. Busse, 104). Auch Zygmunt Baumann beschreibt in „Die Angst vor dem Anderen“ die Wirkung negativer Narrative als Rekrutierungsinstrument von terroristischen oder extremistischen Organisationen und verweist dabei auch auf die Instrumentalisierungsgefahr durch Fundamentalismen und Populismen unterschiedlichster Couleur (vgl. Baumann, 40ff).

Trauma und Kränkung

Die Unterscheidung von Traumata und Kränkungen ist schwer bis gar nicht zu treffen. Zum einen inkludiert jegliche traumatisierende Erfahrungen Kränkungen (wenn auch nicht umgekehrt). Zum anderen sind die Übergänge natürlich fließend. Eine Unterscheidung kann lediglich graduell erfolgen und läuft deshalb Gefahr, eine Wertung zu treffen, die insofern problematisch ist, als jegliche Leiderfahrung einen absoluten Charakter hat und sich graduellen Vergleichen entzieht. Leichter ist es, diese Unterscheidung in Bezug auf die therapeutischen bzw. (sozial)-pädagogischen Konsequenzen zu treffen. Tatsache ist, dass, während der Handlungsspielraum bei tatsächlich erlebter und erlittener individueller oder kollektiver Traumatisierung sehr gering ist, individuelle und kollektive Kränkungen durch unterschiedliche Formen sozialer, kultureller, pädagogischer, ökonomischer Interventionen bearbeitbar und veränderbar sind. Diese Unterscheidung ist besonders hilfreich, wenn es gilt (sozial)-pädagogisch zu intervenieren und sich dabei der Grenzen zu therapeutischer, politischer oder historischer Bearbeitung bewusst zu sein.

 

Großgruppenidentität

Um kollektive Kränkungen einordnen zu können, ist es vonnöten, die Bedeutung von Großgruppendynamiken in persönlichen Entwicklungsprozessen zu verstehen. Der kanadische Psychotherapeut Vamik Volkan hat dazu in seinem Buch „Das Versagen der Diplomatie“ das Bild eines Zeltes gezeichnet, das durch unterschiedliche Fäden gespannt wird, die die Aufgabe haben, die Großgruppe zusammenzuhalten, zu stabilisieren und Sicherheit zu geben. Diese Fäden entwickeln sich – in psychoanalytischer Tradition – in der Phase der frühen Kindheit und können lebenslang aktiviert und bei Bedarf auch instrumentalisiert und missbraucht werden.

Die 7 Fäden der Großgruppenidentität

  1. Geteilte Reservoire für „gute“ Externalisierungen:

Volkan spricht in diesem Zusammenhang von einem Reservoir sogenannter „guter“ Gedanken, Wahrnehmungen und Empfindungen, die eine äußere Welt, durch die die Kinder einer Großgruppe miteinander verbunden werden, schaffen. Grundbedingung dafür ist, dass sie von allen Kindern der Gruppe geteilt werden und dauerhaft sind. Später ist dann die Adoleszenz eine entscheidende Zeit für das Herauskristallisieren der Großgruppenidentität. Unter dem Einfluss anderer in der Gruppe (vor allem seiner gleichaltrigen Gefährten) „entscheidet“ das Kind/der Jugendliche in dieser Phase unbewusst, welche kulturellen Verstärker für den Rest seines Lebens eine konkrete Form behalten und welche eher direkt in die Großgruppenidentität abstrahiert und internalisiert werden sollen. Nachdem sich in der Adoleszenz unsere individuelle wie auch Großgruppenidentität kristallisiert hat, ist es nach Volkan sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich, unsere ursprüngliche „Kern- Wir-heit“ noch einmal zu ändern. Sie kann dann nur mehr verdrängt, verleugnet oder rational erklärt werden.

  1. Geteilte Identifikationen:

Eng verwandt mit dem ersten Faden sind die Identifikationen der Kinder mit denjenigen, die die Träger der Großgruppentraditionen und –verhaftungen sind. Auf Grund von äußeren Umständen, dass etwa die eigenen Eltern unterschiedlicher Rassen, Religionen oder Nationalitäten angehören, kann ein Kind sich auch mit mehr als nur einer ethnischen, nationalen oder religiösen Gruppe identifizieren. Es kann widersprüchliche Identifikationen integrieren, aber ebenso gut können diese auch in scharfem Konflikt miteinander liegen, sodass ihre Versöhnung und Integration außerordentliche Probleme aufwerfen können. Wenn diese Integration widersprüchlicher Identifikationen nicht gelingt, kann die betroffene Person mit Idealisierungen und Reinheitsfantasien reagieren.

  1. Geteilte „böse“ Reservoire

Kinder, die zu einer Großgruppe gehören, externalisieren ihre nicht integrierten „bösen“ Selbst- und Objektbilder (unterdrückte Wünsche, Mangel und Entbehrungen) auf die Plane des Zeltes einer anderen Gruppe, wodurch Großgruppenfeinde geschaffen werden. Dabei greifen sie auf von Erwachsenen angebotene Feind- und Bedrohungsbilder zurück. Jugendliche projizieren die Traumata verursachenden Erwartungen für gewöhnlich auf die äußere Welt. Wenn es versäumt wird, diese Gefahrensituation zu internalisieren, wird die Chance damit zurechtzukommen, verspielt.

Wie ein Kind, das sich mit der Art und Weise identifiziert, wie es von seiner Mutter wahrgenommen wird, kann auch eine Großgruppe für ihre Zeltplane einen Faden verwenden, der ursprünglich von einer dominierenden gegnerischen Gruppe dort hingelegt wurde. Volkan verwendet hier das drastische Beispiel des Kots, der auf ein anderes Zelt abgelagert wird. Der so entstandene „Schmutzfleck“ entwickelt sich sodann zu einem Großgruppenmerkmal. Die Individuen des beschmutzten Zeltes halten häufig kollektiv und oft unbewusst an diesem Merkmal fest, was zur bereits erwähnten Selbstzuschreibung führt. Volkan erwähnt aber auch die kollektive Praxis, die Scheiße zurückzuwerfen und nennt dabei als Beispiel die Black Power Bewegung in den USA.

  1. Gewählte Ruhmesblätter

Nationen feiern ihren Unabhängigkeitstag und alle Gruppen haben ritualisierte Erinnerungen an Ereignisse und Personen, deren geistige Repräsentanzen auch ein geteiltes, gemeinsames Erfolgs- und Triumphgefühl unter den Gruppenmitgliedern mit einschließen. Solche Ereignisse und Personen, die dabei eine Rolle gespielt haben, werden im Laufe der Zeit stark mythologisiert, wobei diese geistigen Repräsentanzen dann zu Großgruppenmerkmalen werden, die als gewählte Ruhmesblätter bezeichnet werden. Solche gewählten Ruhmesblätter werden durch die Teilnahme an Feierlichkeiten, mit denen vergangener erfolg- und ruhmreicher Ereignisse gedacht wird, sowie durch generationsübergreifende Überlieferungen an die nachfolgende Generation weitergegeben. Diesbezügliche Aspekte werden in der volkstümlichen Geschichtsschreibung und in der Kultur übertrieben, um so die Kontinuität und die Verpflichtung gegenüber bestimmten Kernprinzipien herauszustellen und zu bekräftigen.

In stressintensiven Zeiten oder kriegsähnlichen Situationen reaktivieren Führer die geistige Repräsentanz gewählter Ruhmesblätter, um das Selbstwertgefühl ihrer Gruppe zu stärken.

  1. Gewählte Traumata

Im Gegensatz dazu beziehen sich gewählte Traumata auf ein Ereignis, das dazu führte, dass eine Großgruppe durch eine andere Gruppe schwere Verluste hinnehmen musste, und dahin gebracht wurde, sich als hilflos und als Opfer zu fühlen und eine demütigende Verletzung miteinander zu teilen. Ein gewähltes Trauma ist mit der Unfähigkeit der vergangenen Generation verbunden, nach der Erfahrung eines geteilten traumatischen Erlebnisses über die Verluste zu trauern, und ist ein Zeichen, dass es der Gruppe nicht gelungen ist, eine narzißtische Verletzung und Demütigung wiedergutzumachen.

Gewählte Traumata haben einen durchdringenderen Einfluss auf die Gruppenidentität als gewählte Ruhmesblätter. Sie sind mit nachhaltigen Erfahrungen von Verlusten und Gefühlen der Demütigung, der Rache und des Hasses verbunden, die bei den Gruppenmitgliedern eine Vielzahl von geteilten Abwehrmechanismen auslösen, die darauf abzielen, diese Erlebnisse und Erfahrungen rückgängig zu machen oder ins Gegenteil zu verkehren.

  1. Die innere Welt eines Führers

Am Beispiel Kemal Attatürks beschreibt Volkan die Wirkung eines charismatischen Führers, der die Fähigkeit besitzt, die äußere Welt zu formen, um sie seiner inneren Welt gerecht zu machen. Dabei beeinflusst diese Führungspersönlichkeit auch die Großgruppenidentität seiner Anhänger. Charisma bezieht sich nach Volkan auf jedwede  Kombination von außergewöhnlichen Qualitäten bei einem Individuum, die anziehend für andere ist und zu bestimmten Bindungen, wenn nicht zur Hingabe an seine Führung führen. Transformierende, charismatische Führer geben die Gefühle der Großgruppe in den Meinungen wieder, die sie äußern, in ihrem öffentlichen Auftreten, in den Reden, die sie halten, in ihren erklärten Vorlieben und Abneigungen und selbst in der Art und Weise, wie sie sich kleiden. Sie liefern eine große und sichtbare Bühne für die kulturellen Verstärker der Gruppe und können diese Verstärker ebenso in einer fortschrittlichen wie repressiven Richtung manipulieren. Von besonderer Bedeutung ist dieser Faden, wenn sich die Gruppe in einem Zustand der Regression befindet.

  1. Symbolbildung

In Zusammenhang mit Großgruppenidentitäten stehen natürlich auch Symbole im Mittelpunkt und zwar diese, die nicht kulturübergreifend sind, sondern in einer bestimmten Hinsicht nur von einer Großgruppe hochgehalten  und geschätzt werden.

Von besonderer Bedeutung nennt Volkan die symbolische Wirkung und die psychologischen Implikationen von Farben, die eine ethnische oder eine ideologische Gruppe repräsentiert, sowie die von Fahnen, Flaggen und Uniformen: „Dadurch, dass man in Friedenszeiten täglich die Flagge der eigenen Gruppe sieht oder die Nationalhymne hört, werden noch keine tiefen Zugehörigkeitsgefühle geweckt. Sobald die Gruppe sich jedoch bedroht fühlt und das Zelt zu wackeln beginnt, wird das Großgruppensymbol von den Mitgliedern der Gruppe hingegen anderes gesehen“. Dies ist der Grund für die besondere Kränkung bei der Schändung diesbezüglicher Symbole (z.B. Verbrennen von Flaggen): „Wird das Symbol der Gruppe in solchen Zeiten dann in irgendeiner Hinsicht von „Anderen“ angegriffen, wird dies als eine gemeinhin geteilte Verletzung des gemeinsamen Selbstwertgefühls der Gruppe und in der Folge des Selbstwertgefühls des einzelnen wahrgenommen“ (Volkan, 192).

Das instabile Zelt und die Regression

Vamik Volkans Fazit ist offensichtlich: Wenn das Großgruppen-Zelt stabil ist, ist die Bedeutung der Fäden geringer oder sogar marginal. Sobald es aber zu wackeln beginnt, gewinnen sie an Relevanz. Jede Gruppe, die unter Belastungen und Spannungen steht, kehrt entsprechend ihrer Geschichte oder ihren religiösen, ethnischen oder nationalen Sitten und Bräuchen zu früheren oder bereits bestehenden Ritualen zurück. Die Identität einer Großgruppe muss in diesem Fall ritualistisch von der Identität einer anderen Gruppe unterschieden und abgegrenzt werden.

Von besonderer Bedeutung ist dieses regredierende Phänomen bei Gruppen, die in  nebeneinanderstehenden Zelten leben: „Wenn Gruppen, die sich wenig voneinander unterscheiden, regredieren, dann führt die Wahrnehmung von Ähnlichkeit zu Angst. Daher wird dann den kleinen Unterschieden eine sehr große Bedeutung beigemessen, um sich vor dem Gleichsein zu schützen. Sigmund Freud spricht diesbezüglich vom „Narzißmus der kleinen Unterschiede“ (vgl. Volkan, 147).

Diese Regression in akuten Notsituationen führt häufig zu einem Rückfall zu kollektiver Nivellierung und zu steigender Ergebenheit und Gehorsam gegenüber ihrem Führer in der Erwartung, dass er die Gruppe schützen würde (vgl. Volkan, 45). Wenn ein Zelt wackelt und es zu Gruppenregression kommt, nimmt der wechselseitige Austausch und das Miteinander zwischen einem Führer und seinen Anhängern zu. „Je mehr Belastungen und Spannungen die Zeltplane ausgesetzt ist, desto hartnäckiger versuchen die Mitglieder der Gruppe, sie zu reparieren und instand zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, scharen sie sich um den Führer, in der Hoffnung, dass er ihr geteiltes Gefühl des Gleichseins nochmals bekräftigen und fördern wird“ (Volkan, 148f).

Das geteilte Gefühl der Zusammengehörigkeit führt gelegentlich zu ungewöhnlichen Koalitionen innerhalb der Gruppe und zu Gruppenerfahrungen, die von Idealisierungen und Vereinfachungen geprägt sind und nachträglich nostalgisch verbrämt werden können. Vamik Volkan beschreibt die Entwicklung im Nach-Kriegs-Kuwait, in der manche Kuwaitis „trotz der Schrecknisse der Okkupation von dieser Phase in ihrer Geschichte mit einem Gefühl sprechen, das nur als Nostalgie bezeichnet werden konnte. Die Nostalgie bezog sich auf die Einheit und Einigkeit unter den Kuwaitis, die während der Invasion im Land geblieben waren. Unter den entsetzlichen Bedingungen hatten sie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit gehabt, das sie jetzt scheinbar wieder herbeisehnten. Es gibt nichts, was so, wie von den „Anderen“ angegriffen zu werden, die Bindung an die eigene ethnische, nationalistische und sonstige Großgruppenidentität verstärkt (vgl. Volkan, 192f).

Gerade in Zeiten, in denen soziale Unsicherheit und Identitätsirritationen Populismen unterschiedlicher Ausprägung befeuern, ist die Auseinandersetzung mit diesen Großgruppenprozessen nicht nur sehr interessant, sondern äußerst notwendig.

 

(Sozial)-pädagogische Konsequenzen

  • Positive Perspektive auf die eigene Großgruppe

Die prinzipielle Erfahrung, die eigene Großgruppe in einer positiven Zeichnung wahrzunehmen und präsentieren zu können, ist die Grundvoraussetzung für die Auseinandersetzung mit kollektiven Kränkungen. Luc Ciompi und Elke Endert schreiben in ihrem Buch „Gefühle machen Geschichte“: „Der wichtigste Leim, der Familien, Gruppen und ganze Nationen zusammenhält, sind positive Wir- und Selbstwertgefühle mitsamt den Schaltwirkungen der dabei beteiligten Affekte auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und kollektives Denken. Positive Selbstwertgefühle verleihen einer Gemeinschaft eine konstruktive Dynamik. Sie bedürfen aber auch einer Bestätigung von außen“ (Ciompi/Endert, 212).

Gerade in der pädagogischen Arbeit und im Kontext von Erinnerungskultur kommt diesem Focus auf positive Narrative  besondere Bedeutung zu. Sie betrifft Bilder, musikalische Eindrücke, Gerüche, prinzipiell alle diesbezüglichen sinnlichen Wahrnehmungen. Nicht zu vergessen ist dabei die Bedeutung des eigenen Namens, sowohl des Vor- als auch des Nachnamens, der in vielen Fällen von Faktoren von Großgruppenidentitäten geprägt ist. Das Verständnis für Feste, Feiern, kollektive Rituale und Symbole gehört genauso dazu wie die Anerkennung von Erfolgen und – auch wenn es teilweise schwer fällt – die respektvolle Rezeption von politischen, religiösen, kulturellen oder zivilgesellschaftlichen Führungspersonen.

Diese Dynamik trifft auf die Fremdwahrnehmung genauso zu wie auf die Selbstwahrnehmung. Der permanent selbstkritische oder ablehnende Blick auf die eigene Gruppe ist mindestens gleich problematisch wie die undifferenziert verklärende oder idealisierende Perspektive. Da es sich – wie Volkans Fäden anschaulich verdeutlichen – in vielen Fällen um emotional tief verankerte, teilweise sinnlich geprägte Erfahrungen handelt, wird diesbezügliche Zu- bzw. Ablehnung besonders intensiv aufgenommen und verarbeitet.

Von besonderer Ambivalenz ist die Akzeptanz von Formen kollektiver Gruppentrauer. Genauso wie Monumente oder Schauplätze der Erinnerung  sind auch Gedenktage verbindende Objekte einer Großgruppe und äußerst wichtig für den Umgang mit der Gruppentrauer. Sie alle enthalten das Potential in sich, entweder zur Lösung  oder auch zur Reaktivierung geteilter Trauer beizutragen. Vamik Volkan vermerkt, dass alle Objekte, die die Beziehung zum Verlorenen und Vertrauerten aufrechterhalten, alle „heißen Orte oder symbolischen Schauplätze“ wie Friedhöfe, Schlachtfelder, Gefängnisse, etc., Chancen und Gefahren in sich bergen, Trauer zu behindern bzw. zu ermöglichen“ (vgl. Volkan, 224f). Erinnerung ist ja keineswegs generell aufklärend, friedens- und verständnisfördernd. Im Gegenteil: „Es sind Erinnerungsrituale“, meint auch Dan Bar On, „mit denen Feindschaften immer neu geschürt werden“ (Bar On, 15). Gleichzeitig liegt aber wohl allen Versuchen, das Trauma noch einmal „zurückzuholen“, der Wunsch zugrunde, es dadurch zu revidieren (vgl. Volkan, 186). Diesen Wunsch prinzipiell anzuerkennen ist, bei aller Wahrnehmung dieses Janusgesichtes, unabdingbar.

Platz zu schaffen für positive Narrative über die jeweilige Großgruppe ist nur problematisch, wenn sie nicht veridealisierend, kulturalisierend oder verniedlichend transportiert werden. Ein differenzierter Blick auf diese Erzählungen ist aber erst möglich, wenn in einem ersten Schritt eine prinzipiell positive und wertschätzende Sicht grundgelegt ist.

  • Wahrnehmung und Anerkennung der Kränkung

In einem zweiten Schritt geht es um die Wahrnehmung und Anerkennung des traumatisierten oder kränkenden Ereignisses oder Narratives. Dieser Wunsch nach Anerkennung zielt auf die eigene Gruppe, die Öffentlichkeit, aber ganz besonders auf die Seite der Täter bzw. der anerkannten Repräsentanten der Tätergruppe.

Wie schon bei der positiven Selbstwahrnehmung ist aber auch die Wahrnehmung der eigenen Kränkung nicht selbstverständlich, wenn z. B. die Sicht darauf durch Verleugnung oder von Traumatisierung auslösten notwendigen Distanzierungsschritten verstellt ist. Kollektiv erlebte Niederlagen, Demütigungen, Kränkungen, negative Narrative wirken auf Gemeinschaften nicht nur solidarisierend sondern auch zersetzend und zerstörerisch. Das Benennen und Bewusstmachen dieser Kränkungen ist ein schmerzhafter aber unverzichtbarer Teil in der Bearbeitung.

Gelingende Erinnerungskultur kann dieser Anerkennung  ihren notwendigen Platz geben. „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“ wird der ehemalige deutsche Bundespräsident Richard v. Weizsäcker zitiert (Bar On, 13) und es ist fraglos, wie wichtig regelmäßige, offizielle Erinnerungsprozesse für die Verarbeitung kollektiver Traumata und Kränkungen sind. Klaus Ottomeyer weist darauf hin, dass ohne diesen Anerkennungsprozess weitere Dialog- oder gar Versöhnungsschritte nicht denkbar sind: „Das Wichtigste ist die Erfahrung, als Opfer anerkannt zu werden. Das ist für das Individuum wichtig – aber auch für die Gruppe, die verfolgt worden ist“ (Der Kranich, 2/16 S.5). Diese Anerkennung müsse, so Ottomeyer, auf jeden Fall eine ungeteilte sein und sich jeglicher Relativierungen enthalten. Diese politischen Rituale dürften keiner Abrechnungslogik folgen, einem umgekehrten Body-count, wer die meisten Opfer zu beklagen habe. Ludwig Wittgenstein schreibt dazu: „Ein Notschrei kann nicht größer sein als der eines Menschen … Der ganze Erdball kann nicht in größerer Not sein als eine Seele“ (Wittgenstein, in Bar On, 15).

Wie irritierend dieses Bedürfnis nach absoluter Subjektivität sich äußern kann, zeigen zwei Dialoge in Bar Ons „Hamburger Gruppe“. Die Palästinenserin Fatma Kassem erzählt darin zum Beispiel: „Ich wollte nicht noch mehr über den Holocaust hören. … Irgendwie stellten ihre Geschichte meine Probleme in den Schatten und ich hatte das Gefühl, ich könne angesichts dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit nichts über mein eigenes Leid sagen“ (Kassem, in Bar On,  101). Im selben Kapitel  spricht Julie Goschalk, Tochter von Holocaustüberlebenden, von ihrer Irritation, einen Sohn eines deutschen Nazi-Täters über seine Leidensgeschichte hören zu müssen: „Wie konnte er es wagen, von dem deutschen Leid zu sprechen, wo es doch ihr Land war, mit dem alles angefangen hatte und das so viel Zerstörung und sogar die Ermordung der meisten meiner Familienmitglieder zu verantworten hatte! Ich war entrüstet und beleidigt. Meiner Ansicht nach hatten sie kein Recht, in Anwesenheit von Töchtern und Söhnen von Holocaust-Überlebenden über ihr eigenes Elend zu sprechen“ (Goschalk, in Bar On, 44).

Dan Bar On weist darauf hin, dass der Anerkennung des erfahrenen Leides Gesten der Entschuldigung genauso folgen müssen wie konkrete Formen von Wiedergutmachung, der Entschädigung, sowie der Umsetzung strafrechtlicher Konsequenzen. Versöhnung ist für ihn erst möglich, wenn eine vorläufige politische Lösung erreicht wurde, juristische Schritte gegen die Täter der Gräueltaten im Konflikt eingeleitet wurden, eine finanzielle Entschädigung der Opfer vorgeschlagen oder bereits durchgeführt wurde, sowie eine Symmetrie zwischen den Konfliktparteien besteht, die es ihnen ermöglicht, gleichberechtigte Partner in einem Bemühen um Aussöhnung zu werden“ (Bar On, 26).

  • Erinnern, Entschuldigen, Versöhnen

Klaus Ottomeyer gibt zu bedenken, dass auch gelungene Anerkennungsprozesse nicht notwendigerweise Dialog oder Versöhnungsschritte nach sich ziehen (können). „Auf der individuellen Ebene ist es extrem wichtig, nicht zu schnell von Versöhnung zu reden. Es gibt Leute, die können und wollen sich nicht versöhnen. Das ist natürlich anzuerkennen“ (Der Kranich, 2/16 S.5). Das trifft teilweise auch auf Opfer-Gruppen zu: „Individuen brauchen auch da ein Einspruchsrecht. Das gab es auch z. B. im Versöhnungsprozess in Süd-Afrika. Da wurde auch von der Opferseite anerkannt, dass das ein sinnvoller Prozess sein kann, der z. B. private Racheakte gestoppt hat. Und manche Angehörige haben dann auch erzählt, dass das wichtig war, dass die Täter erzählt haben, wie ihre Familienangehörigen ermordet wurden. Da kam dann gelegentlich ein Zeichen der Versöhnung von den Opferangehörigen. Aber: Diese Prozesse können passieren, dürfen aber nicht erwartet werden“ (Der Kranich 2/16, S.5)!

Auch für Vamik Volkan ist es wichtig, auch das Prozesshafte im dieser Erinnerungsarbeit anzuerkennen, das daran liegt, dass – hin zu Dialog- oder sogar Versöhnungsschritten – Vorbedingungen gegeben sein müssen, die unabdingbar sind für das Setzen des jeweils nächsten Schrittes. „Ohne einen Abschluss der Trauerarbeit kann es keine aufrichtige Bitte um Vergebung und keine aufrichtige Annahme der Entschuldigung der anderen geben.  Beide, Opfer und Peiniger bzw. Täter, müssen ihre Trauerarbeit und die Wiedergutmachung der Demütigung oder Schuldgefühle abschließen. … Wenn das Opfer seine Trauer abschließt … dann sind die Grundlagen geschaffen, dass das Opfer die Bitte um Vergebung des anderen annehmen kann. Ansonsten wird die Bitte um Vergebung eine magische Geste, die nichts bringt“ (Volkan, 199).

  • Was macht das mit mir und der Beziehung zu meiner Großgruppe?

In der Regel stehen zwei individuelle Strategien im Umgang mit kollektiven Kränkungen im Vordergrund. Zum einen die Umarmung und Vereinnahmung des einzelnen durch die Gruppe, welches sowohl Erfahrungen von Solidarität und Sicherheit gewährleistet, aber auch zu Isolation und Abhängigkeit führen kann. Zum anderen kann es aber auch zu Verleugnung und Abgrenzung von der eigenen Gruppe kommen. Diese unterschiedlichen Formen von Brüchen können in dramatischen Identitätsirritationen, in der Leugnung der Zugehörigkeit, der Identifikation mit der Tätergruppe oder der Assimilation in eine neue Großgruppe münden.

Erst wenn die positive Selbst- und Fremdwahrnehmung auf konkrete und glaubwürdige Erinnerungs-, Entschuldungs- und Versöhnungsgesten trifft, ist Platz für differenzierte Auseinandersetzungen, in der die Großgruppe und die eigene Rolle innerhalb dieser selbstkritisch und aus einer gewissen Distanz heraus reflektiert werden kann. Das impliziert auch den schwierigen Akt, Opfer- und Täter-Rollen offen zu reflektieren, durchlässiger zu machen und schuld- oder fehlerhaftes Verhalten der eigenen Gruppe einzuräumen oder einzugestehen.

„Wir alle können beides“, offenbart die in Südafrika lebende Jüdin Deena Harris, „Opfer und Täter sein“ (Harris in BarOn, 120). Ziel sei es, so Dan Bar On, in Dialog mit dem Opfer und dem Täter in einem selbst zu treten (vgl. Bar On, 23). Diese Schritte der differenzierten Wahrnehmung von Opfer- und Täterrollen der eigenen Gruppe und der gegenüberstehenden ist eine besondere Herausforderung und in der Regel erst Ergebnis eines langwierigen und schmerzhaften Prozesses, so wie es auch Julie Goschalk, TeilnehmerInnen in Bar Ons Hamburger Workshops, trotz eigener Widerstände erfuhr und berichtet: „Meiner Ansicht nach waren Juden immer die Opfer, aber diese Position kann ich nicht mehr aufrechterhalten. Der Workshop in Hamburg hat mich aus dieser Opferkategorie herauskatapultiert und ich musste mir einen neuen Platz suchen. Jetzt sehe ich einige Parallelen zwischen den Gefühlen der Palästinenserin und meinen eigenen, die ich zu Beginn des Dialogs mit Deutschen hatte. So wie ich nicht in der Lage gewesen war zu akzeptieren, dass auch die Nachfahren der Unterdrücker meiner Familie unter den Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges gelitten hatten, so verstand es diese Frau wie vielleicht viele Palästinenser nicht, dass Juden auch Opfer waren. Sie werden ärgerlich, wenn sie das hören“ (Goschalk in Bar On, 48). Entscheidend ist, so Dan Bar On, die Botschaft: „Die Täternation wird nicht zum Paria oder zum Vogelfreien, wenn sie sich zu den Verbrechen bekennt, und die Opferseite verrät nicht ihre Angehörigen, wenn sie der Täterseite die Hand reicht“ (Bar On, 15).

Erst diese Fähigkeit der Differenzierung ermöglicht es, das Gespräch darüber zu führen, was an der eigenen Großgruppe als störend erlebt wird, wo man sich persönlich eingeschränkt fühlt und wo diese massiv in die eigene Lebensplanung Einfluss nimmt. Dieser Akt kann aber nur ein gegenseitiger sein und lebt von Offenheit und Reziprozität.

  • Meine Geschichte schreiben

Die Tatsache, dass Gemeinschaften, die von kollektiven Kränkungen betroffen sind, häufig in die individuelle Lebensgestaltung der Mitglieder ihrer Gruppe eingreifen und so persönlich Geschichte mitschreiben, ist mehreren Gründen geschuldet. Zum einen die von Schuld- und Gewissensfragen geprägte Loyalität und Solidarität der gedemütigten Großgruppe gegenüber. Zum zweiten von Selbstzuschreibungen, die individuelle Biografien zu self fulfilling Prophecies degradieren und natürlich Fremdzuschreibungen, ob diese nun negative oder aber auch positive Narrative betreffen.

Das Ausbrechen aus diesen fremdgesteuerten Dynamiken kann nur teilweise pädagogisch beeinflusst werden. In den meisten Fällen schreibt das Leben die queren und überaschenden Geschichten. Diese sind in der Nachbetrachtung vielfach geprägt von humoristischen, unfreiwillig kabarettistischen aber auch besonders konfliktträchtigen Situationen von Unsicherheit und Ausgeliefertsein. Nicht umsonst ist die Liebesbeziehung in der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Thematik, ob das das Kino, die Literatur, die Musik, etc. ist, die Folie, vor der sich Biografien in diesem Kontext radikal in Richtung Selbstbestimmung und Autonomie verändern.

  • Neue Koalitionen bilden und multible Identitäten fördern

(Sozial)-pädagogische Interventionen greifen besonders dann, wenn es sich um die Entwicklung neuer Koalitionen in Bezug auf Gruppenidentitäten handelt. Sportlich, künstlerisch, eingeschränkt auch weltanschaulich/religiös  geprägte neue Gruppenkonstellationen können eingefahrene Großgruppenidentitäten, wenn nicht ersetzen, so doch entspannen oder auch bereichern. Sie sind häufig ein wichtiger Schritt zur Etablierung von multiblen Identitäten, der Wahrnehmung, dass man mehr ist als das Mitglied einer einzelnen Identitätsgruppe, sei es ethnischer, religiöser, sozialer oder anderer Ausprägung. Ob es nach der Adoleszenz noch möglich ist, tiefgreifend neue Großgruppenidentitäten zu entwickeln, ist – wenn man von Vamik Volkans Analyse ausgeht – äußerst fraglich, mit Sicherheit nicht durch vereinzelte pädagogische Interventionen.

  • Ambivalenzen zulassen

In Gemeinschaften, die von kollektiven Kränkungen geprägt sind, dominieren häufig Polarisierungen, Schwarz-Weiß-Denken, bzw. eine prinzipielle Haltung des Entweder-Oder. Umso wichtiger ist die Forcierung von ambivalenten Zugängen. Die Wahrnehmung von Ambivalenzen macht offen in Bezug auf das eigene aber auch in Hinblick auf die anderen. Sie wirkt der Ausbildung von Feindbildern und Freundbildern sowie Polarisierungen entgegen. Außerdem sieht sie Menschen und Gemeinschaften in Entwicklung. Sie setzt jedoch persönliche Sicherheit voraus und verunsichert häufig Menschen, die klare Positionen brauchen, insbesondere Kinder und Jugendliche, die sich in Krisensituationen bzw. Identitätsirritationen befinden. Gleichzeitig darf übertriebene Ambivalenzfixierung nicht dazu führen, sich in einem schwammigen und unverbindlichen Brei zu verlieren oder die eigene Handlungsfähigkeit zu behindern. Ein Denken in „sowohl als auch“ darf nicht daran hindern, auch eindeutig Stellung zu beziehen.

Ein besonders geeignetes Mittel, Ambivalenzen zu verdeutlichen ist das sogenannte Entwicklungsquadrat von Schultz von Thun. Die Prämisse dieses Werte- und Entwicklungsquadrats lautet, dass jeder Wert (jede Tugend, jedes Leitprinzip, jede menschliche Qualität) nur dann seine volle konstruktive Wirkung entfalten kann, wenn er sich in ausgehaltener Spannung zu einem positiven Gegenwert, einer “Schwesterntugend” befindet. Ohne diese Balance verkommt ein Wert zu seiner entwerteten Übertreibung (vgl. Schultz von Thun).

In Bezug auf das vorliegende Thema drängt sich der Begriff  der Zugehörigkeit auf, dem als Schwerstertugend Autonomie oder auch Freiheit zugeordnet werden kann. Ein Zuviel an Zugehörigkeit führt zu Unfreiheit oder Eingesperrtsein, ein Zuwenig zu Einsamkeit oder auch Unsicherheit.

Joachim Bauers Bild von der hellen und der dunklen Seite der Zugehörigkeit, wie er sie anlässlich der Goldegger Dialog 2017 ausgeführt hat, eignet sich hervorragend, um die Ambivalenzen von Großgruppenidentitäten zu verstehen bzw. zu thematisieren (vgl. Bauer, in Kranich 3/17, S. 10).

 

Humor, Satire und Selbstironie

Humor ist ein ambivalentes Mittel, um sich mit kollektiven Kränkungen auseinanderzusetzen. Zum einen gelingt es damit vor allem im pädagogischen Kontext, moralisierende und allzu pädagogisierende Zugänge in den Hintergrund zu drängen und quere, kreative Ansätze zu ermöglichen. Zum zweiten sind angesichts der Terroranschläge der letzten Jahre Meinungsfreiheit und die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks zu gefährdeten Gütern geworden, die es zu verteidigen gilt. Humor und Satire treffen immer wieder auf zentrale Elemente von kollektiven Kränkungen: Die kontroversen Auseinandersetzungen rund um den Karrikaturenstreit in Dänemark, die „Böhmermann-Affäre“ oder die tödlichen Anschläge auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sind als Beispiele dafür zu nennen. Die Frage, was Humor und Satire soll, muss und darf, ist daher von hoher gesellschaftlicher Brisanz. Auf Grund ihrer Ambivalenz bedarf es dabei gleichermaßen differenzierender wie provokanter Fragestellungen und Antwort.

  • Umgang mit kognitiven Dissonanzen

Um die Dynamiken, in denen von kollektiven Kränkungen geprägten Gemeinschaften gefangen sind, zu verstehen, ist ein Blick auf das Phänomen von „kognitiven Dissonanzen“ hilfreich. Dieses von Leon Festinger entwickelt Deutungsmuster analysiert Gruppen und deren Angehörige, die von starken Dissonanzen geprägt sind, wie sie unter anderem durch kollektive Kränkungen hervorgerufen werden. Einige der von ihm formulierten Phänomene treffen auch auf die vorliegende Thematik in besonderer Weise zu:

So wird laut Festinger Dissonanz besonders dann verstärkt, wenn sie von einer Person oder einer Gruppe hervorgerufen wird, die von großer Bedeutung ist. Auch er verweist auf das Phänomen, dass Personen, die starke kognitive Dissonanz verspüren, die Unterstützung durch Gleichgesinnte suchen und dadurch in starken Polarisierungen (schwarz-weiß, gut böse, richtig falsch) und stereotypen Feindbildkonstruktionen gefangen sind. Die Gefahr, sich in gesellschaftlichen Blasen zu flüchten und dadurch permanent in den eigenen Dissonanzen bestätigt zu werden, ist gerade in diesen Kontexten besonders ausgeprägt.

Auch in Bezug auf mögliche Interventionen bietet Festingers Modell interessante Zugänge. So verweist er darauf, dass, wenn eine Person, die Dissonanz erfährt, in die Ecke getrieben wird, dies dazu führt, dass die Person alle Kräfte mobilisiert, seine Meinung zu verteidigen und seine Position noch stärker zu (ver)festigen. Dadurch wird Dissonanz und Abwehr verstärkt. Information wird von Menschen mit hoher Dissonanzerfahrung nur aufgenommen, wenn die prinzipielle Bereitschaft zuzuhören, nicht blockiert wird durch die unmittelbare Erwartung einer kognitiven Dissonanz. Die positive Wahrnehmung der eigenen Gruppe, das Eingestehen von Dissonanz-Erfahrungen des jeweiligen Gegenübers und das Anerkennen von Handlungs- bzw. Einstellungsänderungen, ohne diese als  Niederlage zu deuten, unterstützt Dissonanz-Reduktion weit mehr als moralisierende, belehrende oder auf Konkurrenz und kleine Siege ausgerichtete Strategien (vgl. Festinger 15ff).

 

Literatur:

Bauer, Joachim: Die helle und die dunkle Seite der Zugehörigkeit, Rede anlässlich der Goldegger Dialoge 2017, in Kranich 3/17

Bauman, Zygmunt. Die Angst vor dem anderen. Ein Essay über Migration und Panikmache. Edition Suhrkamp, Berlin 2016

Busse, Nikola: „… das hat halt Narben hinterlassen. Die Jugoslawienkrieg: Kriegsfolgen für Kinder und Gesellschaft. Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn 2011

Canetti, Elias: Masse und Macht. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1992

Ciompi, Luc/Endert Elke: Gefühle machen Geschichte. Die Wirkung kollektiver Emotionen – von Hitler bis Obama. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen, 2011

Dan Bar On:  Den Abgrund überbrücken. Mit persönlicher Geschichte politischen Feindschaften begegnen. Edition Körber Stiftung, Hamburg 2000

Festinger, Leon: Theorie der kognitiven Dissonanz. Verlag Hans Huber, Bern 2012

Frank, Dorothee: Menschen töten. Walther Verlag, Düsseldorf 2006

Goffman, Erving: Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität, Frankfurt am Main 1967

Haller, Reinhard: Die Macht der Kränkung, Ecowin Verlag. Wals bei Salzburg, 2015

Ottomeyer, Klaus: „Kollektive und individuelle Traumata folgen nicht immer derselben Logik“. Interview von Hans Peter Graß in Kranich 2/16

Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Reinbek bei Hamburg 1989

Volkan, Vamik D.: Das Versagen der Diplomatie. Zur Psychologie nationaler, ethnischer und religiöser Konflikte. Psychosozial-Verlag Gießen 1999

Welzer, Harald: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006

Winklhofer, Claudia: Flucht und Trauma im pädagogischen Kontext. Medieninhaber und Herausgeber: Päd. Hochschule Salzburg Stefan Zweig 2016

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