„Gebt den Kindern das Vertrauen“

Ein Film zum Thema Peermediation – 10 Jahre praktische Erfahrung in Bild und Ton.

Ein Film von Barbara Fleissner und Anette Mäser

Vor mittlerweile 10 Jahren startete das Friedensbüro Salzburg an der NMS Liering das Projekt „Peer-Mediation“.

In zwei Filmen für Schulleitungen, LehrerInnen und SchülerInnen haben wir anhand dieses Beispiels sehr lebendig festgehalten, wie Peer-Mediation funktioniert.

  • Wie sieht die genaue Vorgehensweise aus, um Peer-Mediation an einer Schule zu implementieren?
  • Was bringt Peer-Mediation für alle Beteiligten an einer Schule?
  • Wie kann ich mir eine Mediationssitzung genau vorstellen?
  • Was berichten SchülerInnen, LehrerInnen, Direktorin, Bezirkschulinspektorin und AusbildnerInnen aus 10 jähriger Erfahrung?

GebtdenKinderndasVertrauen„…bei Konflikten gibt es keine schnellen Lösungen. Da braucht es Zeit, und vor allem braucht es die Zeit, um genau hinzuschauen. Worum geht es konkret, wie ist der Konflikt entstanden? Und da müssen alle Beteiligten gehört werden…“, sagt Ursula Moser, ehemalige Bezirksschulinspektorin, Salzburg Stadt, die maßgeblich dafür verantwortlich zeichnet, dass Peer-Mediation an Salzburgs Schulen einen guten Start und eine positive Entwicklung genommen hat.

„An erster Stelle steht ein interessiertes Kollegium und eine LehrerInnenprojektgruppe, die das Projekt engagiert mitträgt.“ Dr. Ingo Bieringer, pädagogischer Leiter Friedensbüro Salzburg

An der Pädagogischen Hochschule gibt es einen regelmäßig stattfindenden Ausbildungslehrgang „Peer-Mediation“ für LehrerInnen und Lehrer, die selbst SchülerInnen ausbilden möchten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, externe Fachleute für die Ausbildung an Schulen beizuziehen, die Nachfrage ist groß.

Die DVD ist für 15.- EUR im Friedensbüro Salzburg erhältlich

Peer-Mediation an Schulen

Konflikte sind wesentliche Bestandteile unseres Lebens. Sie bewirken Veränderungen, fordern Entscheidungen, sie sind wichtig um zu lernen und sie ermöglichen Entwicklung. Gerade in der Schule, wo Lernen große Bedeutung hat, bieten sich vielfältige Möglichkeiten, den konstruktiven Umgang mit Konflikten zu üben und dadurch wesentliche Kompetenzen zu erwerben.
Immer mehr Schulen entscheiden sich deshalb dafür, das Thema Konfliktbearbeitung bewusst und aktiv anzugehen, Strukturen zu entwickeln und gezielt im Vorfeld zu agieren und zu gestalten. Eine mögliche Maßnahme auf der strukturellen Ebene ist die Implementierung von Peer-Mediation.

„Wir lernen auch, wie man mit Konflikten umgeht, in die man selbst verwickelt ist, und wie man halt da sozusagen erste Hilfe leisten kann für sich selbst.“ Anna, 12, Schülerin der NMS Liefering
Was ist Peer-Mediation?
Das Konzept von Peer-Mediation beruht darauf, dass Jugendliche (Peers = Gruppe der Gleichaltrigen) sich untereinander beeinflussen – daher das Wort PEER. MEDIATION ist eine hilfreiche und anerkannte Methode, um Konflikte für alle Beteiligten zufriedenstellend zu bearbeiten. Die ausgebildeten Peer-MediatorInnen unterstützen MitschülerInnen bei der Lösung ihrer Konflikte.
Die Vorteile von Peer-Mediation:

  • Das Augenmerk der Erwachsenen liegt oft nur auf der negativen Beeinflussung unter Jugendlichen; Peer-Mediation konzentriert sich auf die positiven Lern- und Unterstützungsmöglichkeiten der jungen Menschen untereinander.
  • Jugendliche nehmen oft von Gleichaltrigen mehr an als von Erwachsenen
  • In der Ausbildung zum/r Peer-Mediator/in erlernen Jugendliche, besser und sicherer mit Konflikten umzugehen.
  • Jugendliche lernen in der Ausbildung, besser „zu verstehen“, sich selbst und die anderen.
  • Peer-Mediation wirkt auf die Konfliktkultur in der Schule.

Wie funktioniert Peer-Mediation:

  • Die Ausbildung der Peer-MediatorInnen wird von externen MediatorInnen oder LehrerInnen der jeweiligen Schule übernommen
  • Peer-Mediation ist freiwillig
  • „Peers“ sind keine Richter, sie unterstützen beide Streitparteien in gleicher Weise, um eine gute Lösung zu finden
  • Sie achten auf den Prozess und fördern das gegenseitige Verständnis
  • Das Mediationsgespräch ist vertraulich
  • Peer- MediatorInnen werden begleitet und finden Möglichkeiten zur „Supervision“ durch die projektverantwortlichen LehrerInnen oder andere ExpertInnen, wie z.B. BeratungslehrerInnen an der Schule
  • Eine Mediationssitzung verläuft in Phasen, die die SchülerInnen in ihrer Ausbildung lernen und üben

„Ich würde es vielleicht so sagen: Gebt den Kindern einen Vertrauensvorschuss, dass sie selber Probleme lösen können und ihr werdet erstaunt sein, welche Kompetenz Kinder in diesem Bereich haben.“ Anneliese Graß, Lehrerin der Projektgruppe an der NMS Liefering

Phasen der Mediation

Phase 1
Mediation einleiten

  • Begrüßen und vorstellen
  • Ermutigen
  • Setting/Sitzordnung erklären
  • Rolle der MediatorInnen erklären
  • Regeln erläutern und
  • Einverständnis dazu einholen

Phase 2
Standpunkte anhören

  • Beide Sichtweisen werden angehört
  • Der Inhalt wird wiederholt und zusammengefasst (Inhalt spiegeln)
  • Wertende Aussagen werden umformuliert

Phase 3
Konflikthintergründe klären

  • Gefühle ausdrücken
  • Zugrundeliegende Bedürfnisse und Interessen erheben und verdeutlichen
  • Wiederholen und zusammenfassen (Inhalt und Gefühle spiegeln)
  • Gegenseitiges Verständnis anstreben/herstellen und
  • Dazu abwechselnd fragen (pendeln)

Phase 4
Veränderung für die Zukunft

  • Wünsche und Ideen sammeln
  • Direkte Kommunikation herstellen
  • Ausdrücken der Wünsche

Phase 5
Vereinbarung

  • Vereinbarung
  • Neue Wege

Nominiert für den 4. Salzburger Kinderrechtspreis der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg

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