Solidarität in der globalen Gesellschaft

Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft

Tagung | 14. bis 16. Oktober 2021 | Universität Salzburg Fachbereich Erziehungswissenschaft – Schwerpunkt Bildungsforschung, Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät

credits: Slobodan Dimitrov, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paulo_Freire_1977.jpg

Paulo Freire war Wegbereiter und Erneuerer zahlreicher gesellschaftlicher Prozesse weltweit. Bekannt wurde er durch sein in zahlreiche Sprachen übersetztes Buch „Pädagogik der Unterdrückten“. Mit der von ihm entwickelten dialogisch-situativen Methode gelang es, innerhalb von 40 Unterrichtsstunden erwachsene Analphabeten zu alphabetisieren. Nach dem brasilianischen Militärputsch wurde er deswegen inhaftiert und später in die Verbannung geschickt. Erst als letzter Exilierter durfte er nach der Re-Demokratisierung Brasiliens in seine Heimat zurückkehren. Seine Impulse für innovative Denkansätze sind vielfältig und nötiger denn je. In unserer Zeit stellen durch Globalisierung und Digitalisierung bedingte globale Transformationen eine Herausforderung für sämtliche Bereiche unseres Lebens dar. Weder eine generelle Ablehnung derartiger Entwicklungen noch ein naiver, unkritischer Fortschrittsglaube können konstruktive Anregungen für eine menschenwürdige Zukunft anbieten.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Paulo Freire wollen wir dessen theoretische und methodische Ansätze aufgreifen sowie deren Relevanz vor dem Hintergrund aktueller Themen herausarbeiten. Die Tagung „Solidarität in der globalen Gesellschaft. Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft“ nimmt sich zur Aufgabe, zentrale Konzepte des
weltweit einflussreichen Pädagogen und Gesellschaftswissenschaftler aus Brasilien für einen angemessenen Umgang mit aktuellen Entwicklungen fruchtbar zu machen. Sein dialogisch-situativer Ansatz bietet für diese Überlegungen zahlreiche theoretische und praktische Anregungen: Freires Kampf für Gerechtigkeit und Solidarität – und damit gegen Unterdrückung – ist beispielhaft für eine radikale Kritik am bestehenden, postkolonialen neoliberalen System und eröffnet uns neue, die bisherigen Grenzen überschreitende Möglichkeiten. Welche Rolle spielen Solidarität, Dialog und Befreiung in einer globalen und digitalen Zukunft? Inwiefern eignen sich diese Konzepte um aktuelle Entwicklungen in Frage zu stellen? Welche Chancen könnte eine digitalisierte globale Zukunft für ein solidarisches, dialogorientiertes und herrschaftskritisches Miteinander mit sich bringen?

U.a. mit: Christel Adick, Rita Braches, Walter Kohan, Kristina Langeder-Höll, Joachim Schröder, Barbara Wick

 

Nähere Informationen zur Tagung: http://paulofreire100jahre.sbg.ac.at/ (wird laufend aktualisiert)
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