Paroli den Parolen

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

„Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen“, „Wir haben viel zu laue Strafgesetze“, „In der Krisenzeit funktioniert eine Diktatur immer besser als eine Demokratie“, „Flüchtlinge kommen doch nur zu uns, um von unserem Sozialsystem zu profitieren.“

Wer kennt sie nicht, die Sprüche und Parolen, die an Stammtischen, in der Vereinskantine, im öffentlichen Raum genauso geäußert werden wie im familiären Rahmen und im Freundeskreis? Doch was ist ihnen entgegenzusetzen? Wieso fallen uns die besten Argumente meistens erst hinterher ein? In diesem Seminar geht es natürlich darum, Gegenpositionen und Gegenargumente zu derartigen Parolen kennenzulernen und zu diskutieren. Zusätzlich wird jedoch der Schwerpunkt darauf gelegt, die eigene persönliche Reaktion zu reflektieren, die psychologischen, sozialen, biografischen Hintergründe des jeweiligen Gegenüber zu deuten bzw. miteinzubeziehen, aber auch die Reaktionen und Erwartungen der mehr oder weniger beteiligten ZuschauerInnen und BeobachterInnen wahrzunehmen. Dieser ganzheitliche Zugang schützt vor allzu kopflastigen Überzeugungsversuchen, beugt Polarsierungen in Gut und Böse vor und lässt auch Platz für Humor, Spontanität, überaschende Koalitionen und persönliche Betroffenheit. Die TeilnehmerInnen üben Selbstsicherheit und Argumentationsfestigkeit und erhalten Einsicht in die Psychologie politischer Gespräche und Alltagsdebatten. Sie werden ermutigt, zu intervenieren und bei öffentlich und lautstark geäußerten populistischen Parolen effektiven Widerspruch zu artikulieren, aber auch, sich selbst zu schützen, Konfrontationen aufzulösen und bei Bedarf zu deeskalieren. Die TeilnehmerInnen haben Gelegenheit, gemeinsam ihre politischen Deutungen auszutauschen, erlebte Provokationen mitzuteilen, vielfach gehörte politische Erklärungsmuster zu erörtern und ihre Plausibilität bzw. Ideologiehaftigkeit zu überdenken.

Zielgruppen: Jugendliche ab 16 Jahren
Dauer: ein bis zwei Tage
Referent: Hans Peter Graß, Geschäftsführer des Friedensbüros Salzburg, ausgebildeter Sonderschul- und Religionslehrer und dipl. Erwachsenenbildner. Er ist Leiter des Projektes „WhyWar.at“ und führt
Workshops und Seminare zu den Themenschwerpunkten „Krieg und Frieden“, „Vorurteile,
Feindbilder, Rassismus“ und „Transkulturalität und Konfliktbearbeitung“ durch.

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