young rebels. Jugendproteste und gesellschaftliche Veränderung

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TAGUNG | Montag, 18. Jänner 2021 – Dienstag, 19. Jänner 2021 | St. Virgil Salzburg

Mit u.a.: Laura Grossmann, Klaus Farin, Clara Tempel, Marc Amann, Susanne Scholl, Dieter Rucht, Janna Aljets, Nina Horaczek, Noomi Anyanwu, Aktivist*innen von JunepA, Jamal al Khatib, Extinction Rebellion, Ende Gelände, Fridays for Future, Seebrücke, Existance in Resistance

Die Tagung young rebels des Friedensbüros Salzburg und St. Virgil Salzburg vom 18. bis 19. Jänner 2021 richtet ihr Augenmerk auf aktuelle Jugendproteste und die Chancen für gesellschaftliche Veränderungen.

Widerstand setzt die Kraft frei, die es für Veränderung braucht. Sie ist ein Phänomen, das allen Menschen – wahrscheinlich jedem Leben innewohnt. Der Ruf nach Widerstand wird immer dann laut, wenn Ungleichheit und Ungerechtigkeit offensichtlich werden. Doch was ermächtigt uns als einzelne und als Gesellschaft dazu, gegen etwas anzugehen? Reicht der Anstoß der Empörung, um Protest zu ermöglichen, oder benötigt es Ressourcen und spezielle Kenntnisse? Seit Menschen sich Räume und Ressourcen aneignen bzw. verteidigen, herrscht Gewalt und damit geht Widerstand einher. Uns heute kritisch mit dem Status Quo unserer Weltgesellschaft und unserem Handeln miteinander sowie mit allem weiteren Leben auseinanderzusetzen, ist also nicht verfrüht und auch nicht neu. Neu ist auch keinesfalls, dass es zu einem großen Teil Jugendliche und junge Erwachsene sind, die ihre widerständige Kraft mobilisieren und in tatsächliche Aktionen gehen. Gerade in den vergangenen Jahren sind Jugendproteste überdurchschnittlich präsent in den Medien. Wie sehen diese Proteste aus und wie haben sich Jugendproteste im Laufe der jüngeren Geschichte entwickelt? Young rebels öffnet Räume, um aktuelle widerständige Good-Practice Initiativen von jungen Menschen kennenzulernen.  Junge Aktivist*innen bekommen Raum, von ihren Anliegen und Utopien zu erzählen und das Ziel ist ein gemeinsames Lernen in der Runde der Teilnehmer*innen. Diese setzen sich aus Jugendlichen, jungen Aktivist*innen und Erwachsenen zusammen.

Widerstand findet immer in Kontexten statt, sprich sie wird bedingt und beeinflusst von Umständen und dem Zeitgeist um sie herum. Auch unter Widerständigen gibt es Privilegien und Ungleichheiten, die bewusst sein müssen. Ebenso widmet sich young rebels dem Austausch über die Generationen: Wo kann die  ältere Generation von der jüngeren lernen? Wo können die Jüngeren auf einen kollektiven Erfahrungsschatz aufbauen? Momentan überwiegt der Eindruck, dass viele der älteren Generation die „young rebels“ entweder beklatschen und nostalgische Gefühle feiern, oder sie belehrend tadelt. Wie kann es ihnen gelingen, in die Verantwortung und damit ebenfalls in das Handeln zu kommen, damit eine erforderliche gesamtgesellschaftliche Veränderung umgesetzt wird. Situativ kann es aber auch sinnvoll sein, sich voneinander abzugrenzen, um eigene Räume zu definieren und zu besetzen.

Die Umstände und Entwicklungen prägen auch die Methoden und so wird es interessant sein, die Ursachen und Neuerungen sichtbar zu machen – man denke  bspw. an Widerstand im eigenen Youtube-Channel und globale Solidarisierungen innerhalb von Minuten durch Social Media. Welche altbekannten funktionieren nach wie vor und wovon hat man sich bereits verabschiedet hat? Dabei geht es auch um grundsätzliche Fragen, wie „Was heißt eigentlich gewaltfrei agieren in Räumen die gewaltvoll strukturiert sind.“ Denn gewaltförmige gesellschaftliche Strukturen zeigen sich bei genauerem Hinsehen in vielen Bereichen – vom Sozialen bis zum Ökologischen. Welche Rolle hat Bildung in diesem Kontext – wo spießen sich Auftrag und Umsetzung, wo blockieren Systeme mehr, als dass sie stützen?

Die aktuellen Umstände lenken unser Augenmerk ebenso auf die Dynamik von Krisen. Diese sind kritische Wendepunkte in Biografien sowie bedrohliche Zuspitzungen krankelnder Systeme. Was aber machen sie mit Widerstand? Wo liegt die Chance der Krise in Bezug auf Protest und wo – bzw. für wen bedeutet sie Gefahr?

Young rebels bietet ebenfalls Räume, zum Ausprobieren und um selbst aktiv zu werden. Dabei liegen die Schwerpunkte auf Kreativität, praktischem Wissen rund Dynamiken des Protestes, Achtsamkeit als Bedingung für einen langen Atem in Aktionen und die Auseinandersetzung mit der eigenen widerständigen Biografie. Den Abschluss findet die Tagung am Dienstag Abend mit einem Konzert und künstlerischen Beiträgen und bietet die Möglichkeit, das Erarbeitete, sowie das Bevorstehende gemeinsam zu feiern.

Das Friedensbüro Salzburg und St. Virgil Salzburg arbeiten in der Form der Tagungskooperation bereits seit über acht Jahren zusammen und haben es sich dabei zur Aufgabe gemacht, im Programm einen differenzierten und dialogischen Zugang sichtbar zu machen. Auch diese Konferenz wird in ihrer  Ausrichtung deshalb Spannungsfelder und Dilemmata beleuchten, wie etwa jenes von der Frage des Dialogs und der Abgrenzung im Widerstand, den Grenzen in der Kommunikation und Aktion, wie gewaltförmigen Prozessen bspw. in Massenprotesten. Neben Inputs von Expert*innen zu Widerstand und Protest wird es ausreichend Möglichkeiten zum Diskurs, Vernetzen und Ausprobieren geben.

Hier geht es zum Programm

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