NeFKÖ-Jahrestreffen 2026

Friedensbildung in Zeiten globaler Krisen und kriegerischer Konflikte | 21. bis 23. Oktober 2026 | Kolpinghaus Salzburg
Das diesjährige Jahrestreffen des Netzwerks für Friedensforschung und Konfliktbearbeitung in Österreich (NeFKÖ) widmet sich der Bedeutung von Friedensbildung angesichts zunehmender globaler Krisen und kriegerischer Konflikte. Im Mittelpunkt stehen Ansätze, die Bildung als Schlüssel zur Förderung von Dialog, Verständnis und einem kritisch-informierten Umgang mit aktuellen Entwicklungen begreifen.
Ausgehend von der Abendveranstaltung „Gegen die Grammatik der Gewalt“ diskutieren Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Herausforderungen sowie konkrete Strategien für eine friedensorientierte Bildungsarbeit.
Mittwoch, 21. Oktober, 19:00-20:30 Uhr, Kolpinghaus, Adolf-Kolping-Straße 10, Salzburg
Öffentliche Auftaktveranstaltung „Gegen die Grammatik der Gewalt. Wege des Friedens”
Impulse & Diskussion mit:
- Prof.in Claudia Brunner (Uni Klagenfurt)
- Prof.i.R. Werner Wintersteiner (Uni Klagenfurt)
- Prof.in Sabine Zelger (KPH Wien)
- Moderation: Univ.-Ass. Josef Mühlbauer (Uni Graz)
Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, keine Anmeldung erforderlich.
Donnerstag, 22. Oktober 2026
9:00-10:30 Uhr bzw. 11:00-12:30 Uhr, Kolpinghaus, Adolf-Kolping-Straße 10, Salzburg
Workshop-Vormittag in Kooperation mit dem Jahrestreffen der Unesco-Schulen
Sechs Workshops stehen zur Verfügung. Die Zuteilung findet vor Ort ab 8:45 Uhr statt.
Workshop 1A: Krieg und Frieden jenseits der Schlagzeilen – Perspektiven aus Forschung und Praxis
mit Juliana Krohn, Friedensbüro Salzburg und Universität Graz
Nachrichten von Kriegen und Konflikte sind mehr denn je Teil unseres Alltags. Gleichzeitig beschäftigen uns zunehmend Debatten um Aufrüstung und Militarisierung während Diskussionsräume fehlen, die genug Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung damit bieten.
Einfache Antworten auf deutlich komplexere Probleme werden dadurch immer attraktiver, Ohnmachtsgefühle werden verstärkt und Ambiguitätskompetenz nimmt ab. In diesem Workshop werden wir uns daher gemeinsam grundlegende Werkzeuge erarbeiten, um differenzierter mit diesen Themen umgehen zu können. Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg ist, widmet sich der Workshop auch den Zusammenhängen von Machtstrukturen und Gewalt in scheinbar ‚friedlichen‘ Gesellschaften. Wir beschäftigen uns damit, welche Ansätze für eine konstruktive Konfliktbearbeitung existieren und wie wir selbst zu einer friedlicheren Welt beitragen können. Dafür sehen wir uns mithilfe interaktiver Methoden auch an, was wir unter Frieden verstehen, wie Frieden erzählt wird und welche weiteren Perspektiven es gibt, um so die Vielfalt von Friedensverständnissen sichtbar zu machen und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen.
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Workshop 1B: Die Schlaininger Schule der Friedensbildung
mit Ursula Gamauf Eberhardt, Senior Programmmanagerin für Friedenspädagogik, Austrian Centre for Peace (ACP)
Vom Wissen zur Haltung – vom Lernen zur Praxis
Frieden ist kein Zustand, den man erreicht und bewahrt. Frieden ist ein lernbarer, gestaltbarer Prozess. Dieses Buch entfaltet erstmals in systematischer Form die Schlaininger Schule der Friedensbildung.
Ursula Gamauf Eberhardt verbindet zentrale Theorien der Friedens- und Bildungsforschung mit konkreter pädagogischer Praxis. Aufbauend auf dem Denken von Johan Galtung, Paulo Freire, John Dewey, John Paul Lederach und Marshall Rosenberg zeigt sie, wie Friedensbildung als transformative Bildungsarbeit wirkt: nicht nur durch Wissensvermittlung, sondern durch die Entwicklung von Haltung, Beziehungskompetenz und Handlungsfähigkeit.
Im Zentrum steht ein erweiterter Friedensbegriff, der individuellen, sozialen, strukturellen und globalen Frieden zusammendenkt. Konflikte werden nicht als Störungen, sondern als Lern- und Entwicklungschancen verstanden. Gewalt – in ihren direkten, strukturellen und kulturellen Formen – wird analysiert und in präventive Bildungs- und Praxisansätze übersetzt. Besonderes Augenmerk gilt Schulen als zentralen Erfahrungsräumen für Demokratie, Resilienz und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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Workshop 2: Wehrpädagogik im Kinder- und im Klassenzimmer?
mit Claudia Brunner, Sozialwissenschaftlerin und Friedensforschung
Um die ‚Wehrhaftigkeit‘ der Gesellschaft zu erhöhen, wird mit dem staatlichen Programm der Geistigen Landesverteidigung Demokratiebildung und Politische Bildung zu ‚Sicherheitsbildung‘ transformiert. Die Verankerung findet sich breit in Lehrplänen, Ausbildungen und außerschulischen Bildungsmaterialien.
In diesem Workshop werden aktuelle Entwicklungen analysiert und eingeordnet. Anschließend gibt es Raum für Diskussion.
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Workshop 3A: transform2gether – Transformation durch Partizipation
mit Rosemarie Schöffmann, Uni Klagenfurt, Schwerpunkt (ua) Friedensforschung, Global Citizenship, Intersektionalität und Verena Kumpusch, Uni Klagenfurt, Schwerpunkt (ua) Geschlechterdemokratie in Bildungs- und Sozialisationsprozessen
In diesem Workshop geben die Referentinnen Einblick in zwei Projekte: Einerseits das Sparkling Science Projekt „transform2gether – Transformation durch Partizipation II: Aufbau eines Expertise-Netzwerkes und einer Kompetenz-Plattform für die Stärkung schulischer Demokratie und globalen Lernens“ und andererseits das Methodenhandbuch “Zwischen Kolonialität und Pluriversalität. Dekolonial inspirierte Methoden für die Bildungs-, Friedens- und Konfliktarbeit“.
Zu transform2gether: “Wie wir immer noch Bildung organisieren und Lernmöglichkeiten strukturieren, reicht nicht aus, um friedliche Gesellschaften, einen lebenswerten Planeten und eine gerechte Wohlstandsverteilung zu ermöglichen“, lautet der Befund der UNESCO zu den drängenden Fragen unserer Zeit.
An dieser Einsicht setzt das Projekt bei den tragenden Personen von Schule an. Lehrkräfte, Schulleiter*innen und Schulsozialarbeiter*innen aus Kooperationsschulen in Kärnten, Niederösterreich, Tirol und Wien sind eingeladen, überregional in Austausch zu kommen. In dafür partizipativ entwickelten Microcredential-Kursen werden gemeinsam mit dem Projektteam Möglichkeiten und Potenziale, Widerstände und Barrieren, Konflikte und Lösungsansätze einer partizipativen und demokratischen Schulkultur ausgelotet.
Zum Methodenhandbuch: „The master’s tools will never dismantle the master’s house.”– Audre Lorde
Wie kann Bildungs-, Friedens- und Konfliktarbeit im sogenannten Globalen Norden dekolonial gedacht und gestaltetwerden? Was bedeutet das für unsere Methoden, unser Wissen – undunsere Werkzeuge? In diesem Workshop wird eine Methode aus dem Methodenhandbuch „Zwischen Kolonialität und Pluriversalität“ vorgestellt und angespielt und kritisch reflektiert.
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Workshop 3B: Was ist Demokratie überhaupt?
mit Trainer*innen des Demokratiezentrum Wien
Friedensbildung und Demokratiebildung sind eng miteinander verbunden: Wo Beteiligung ermöglicht wird, unterschiedliche Perspektiven gehört und Konflikte konstruktiv ausgehandelt werden, wird demokratisches und friedliches Zusammenleben konkret erfahrbar. Bildungseinrichtungen können dabei zentrale Lern- und Erfahrungsräume sein, sowohl für Lernende als auch für Lehrende.
Der interaktive Workshop lädt dazu ein, das eigene Demokratieverständnis zu reflektieren und gemeinsam zu erkunden, wie demokratische Praxis zu einer Kultur des Friedens beitragen kann. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus dem Alltag: Wann erleben wir Entscheidungen als fair? Wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten um? Wer darf mitgestalten und wo wird demokratische Handlungsfähigkeit von wem begrenzt?
Wir nehmen demokratische Handlungskompetenzen in den Blick und beschäftigen uns mit Fähigkeiten, die es ermöglichen, Konflikte konstruktiv auszuhandeln, Verantwortung zu übernehmen, Vielfalt anzuerkennen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen, die für möglichst viele tragbar sind. Anhand eigener Erfahrungen erkunden die Teilnehmenden, wo demokratische Selbstwirksamkeit bereits gelingt und wie sie weiter gestärkt werden kann.
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Workshop 4: Feministische Friedensarbeit
mit Rosa Logar, internationale Expertin für feministische Friedensarbeit und Vorstandsmitglied von WILPF
WILPF ist die Frauenliga für Frieden und Freiheit, eine der ältesten Friedensorganisationen weltweit. Beim Gründungskongress 1915 in Den Haag war die zentrale Forderung, den Krieg sofort zu stoppen. 1919 ging es um Friedensverhandlungen und einen gerechten Frieden unter Beteiligung von Frauen. Heute arbeitet WILPF an Themen der Abrüstung und Demilitarisierung. Feministische Analysen verorten die Ursachen in patriarchalen Systemen von Macht und Dominanz, die auf Beherrschung von Frauen (und Mädchen) basiert, aber auch Männer (und Buben) in ein Schema toxischer und militarisierter Männlichkeit presst. WILFP verfolgt das Ziel, diese toxischen Narrative und Mindsets wie „Ohne Kriege geht es nicht“ in Frage zu stellen und eine Haltung zu fördern, die auf Vertrauen und Solidarität beruht, und auch auf einer gemeinsamen Verantwortung der Staatengemeinschaft.
Aktivitäten finden rund um die Umsetzung von Frauen-/Menschenrechten statt, auch die Arbeit für Klimagerechtigkeit ist ein wichtiger Teil der WILFP Arbeit geworden.
In dem Workshop bietet einen Impuls zu feministischer Friedensarbeit an und will den Raum öffnen für Austausch und Diskussion.
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Workshop 5: Digital Citizenship Education & rechtliche Rahmenbedingungen
mit Mag. Jakob Wagner-Moschik, Richter am LG Klagenfurt
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Workshop 6: Zukünftebildung ist Friedensbildung: das Futures Stories Lab in der Bildungspraxis
mit Dr.in Carmen Sipp, PH NÖ
12:30-14:00 Uhr: Mittagspause
14:00-18:00 Uhr, Kolpinghaus Salzburg bzw. Treffpunkt für City Walk
Vernetzungs-Nachmittag des NeFKÖ Netzwerkes in zwei Einheiten
14:00-15:30 Uhr, Kolpinghaus Salzburg
Einheit 1: Impulse aus dem NeFKÖ-Netzwerk (Aufruf für Beiträge erfolgt seperat)
16:00-17:00 Uhr, Kolpinghaus Salzburg
Einheit 2: Projekt-Vernetzung
Optional: „Licht- und Schattenseiten einer diversen Stadt – Decolonizing Salzburg City Walk“
(Zeit und Treffpunkt folgen in Kürze:)
Freitag, 23. Oktober 2026
10:00 – 12:00 Uhr, Friedensbüro Salzburg, Lasserstraße 30, Salzburg
NeFKÖ, wie geht’s weiter?
- In die Zukunft planen: Nächste NeFKÖ Tagung
- Abschluss
Unterkunft
Leider gibt es im Kolpinghaus KEINE Möglichkeit, zu übernachten. Aufgrund der inhaltlichen Kooperation finden die Veranstaltungen des NeFKÖ Jahrestreffen am Mittwochabend und am Donnerstag tagsüber zwar im Kolpinghaus statt, die Unterkunft ist jedoch vom Unesco-Schulen-Team belegt.
Wir werden in Kürze Tipps zu Unterkünften in der Nähe hier geben.
18:30 Uhr, OFF Theater, Eichstraße 5, 5020 Salzburg
Fest „40 Jahre Friedensbüro Salzburg“
18:30-19:00 Uhr: Abendessen im OFF Theater
19:30 Uhr: Fest „40 Jahre Friedensbüro“ im OFF Theater
Für die Teilnahme am Fest bitten wir um gesonderte Anmeldung an office@friedensbuero.at und Mitteilung, ob du auch bereits beim Abendessen dabei sein möchtest.
