WIDERständig

Symposium
Freitag, 22. November bis Samstag, 23. November 2019

Die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im nationalen, internationalen und globalen Kontext schüren nicht nur Angst und Resignation, sondern führen auch zu einer breiten Renaissance des Begriffes „Widerstand“. Die daraus entstehen Bilder zeigen starke Bezüge zu historischen Widerstandsformaten aber auch zu neuen Elementen insbesondere im Kontext von Social-Media. Was macht Widerstand aus und was macht Widerstand mit uns? Das Symposium WIDERständig thematisiert die Spannungsverhältnisse, Ambivalenzen und Dilemmata, möchte einen breiten Diskurs dazu initiieren und scheinbare Widersprüche offenlegen, die blockieren und handlungsunfähig machen. Weiterlesen

 

Programm:

(c) Reinhard Sczech

Freitag, 22.11.

19.00: Ankommen, Begrüßung

19.30: Antigone Projekt nach Sophokles
Mit: Studierenden des 2. und 3. Jahrgangs Schauspiel am Thomas Bernhard Institut
Leitung: Jörg Lichtenstein

Samstag, 23.11.

10.00 – 11.30: Vortrag und Diskussion mit Robert Misik, Wien:
Die Gratwanderungen der Widerständigkeit.
Ambivalenzen, Dilemmata und Spannungsverhältnisse im Kontext von Widerstand
Moderation: Petra Nagenkögel

11.45 -13.15: Keynotes und Podiumsgespräch mit:

  • Sabine Beck, Wien: Widerstand im Netz
  • Johannes M. Becker, Marburg: Gelbwestenbewegung in Frankreich
  • Mahsa Ghafari, Wien: politischer Aktionismus und Kunst
  • Clara Tempel, Lüneburg: Schüler*innen- und Jugendproteste und gewaltfreier Widerstand
    Moderation:  Desirée Summerer

14.30 – 17.30: Workshops

  • Clara Tempel, Hans Peter Graß
    Was macht uns widerständig? Biografische Zugänge zu Widerständigkeit
  • Sabine Beck
    #BildetBanden. Crowdpower und digitaler Aktivismus
  • Johannes M. Becker
    Ambivalenzen und Dilemmata im Kontext der Gelbwestenbewegung

 

Samstagabend W&K Forum: Dafür-Sein als Widerstand

 19.00 – 19.40 Uhr:      Keynote von Harald Welzer

19.40 – 20.15 Uhr:  Impulse der Gruppe Fridays for Future (Salzburg) sowie von
Studierenden des Thomas Bernhard Instituts

20.30 – 22.00 Uhr:   Podiumsdiskussion mit Harald Welzer, Fridays for Future, Studierenden des Thomas Bernhard Instituts, Mahsa Ghafari (Wien) und ein*er Vertreter*in von Solidarisches Salzburg  Moderation: Ulrike Hatzer, Marcel Bleuler


Referent*innen:

Sabine Beck ist Feministin, Mutter, Zugreisende. Social Media Expertin mit Themenschwerpunkten Partizipation, Einfluss von digitalen Medien auf demokratische Prozesse, Empowerment.  Sozialisiert u.a. durch die Teilnahme an den zivilgesellschaftlichen Protesten gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Medien und Digital Beauftragte für den Bereich Umweltbildung, Greenpeace Deutschland, wohnt in Hamburg und Wien.

Johannes M. Becker ist PolitologeFriedensforscher und ehemaliger Geschäftsführer am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg. Er forscht unter anderem zur Zukunft des deutsch-französischen Verhältnisses, zu Militarisierungstendenzen der Europäischen Union sowie zu Chancen und Risiken des europäischen Einigungsprozesses. In den letzten Monaten hat er über die Entwicklungen der sogenannten „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich publiziert.

Mahsa Ghafari ist Menschenrechtsaktivistin und Schauspielerin. Sie setzte sich bereits im Laufe ihres Studiums (Internationale Entwicklung) in mehreren zivilgesellschaftlichen Initiativen für soziale Gerechtigkeit und gegen rassistische und geschlechterspezifische Diskriminierung ein. Unter anderem gründete sie den Verein Flucht nach Vorn mit, der 2015 mit dem Ute Bock Preis für Zivilcourage gewürdigt wurde, rief 2017 gemeinsam mit Mitstreiterinnen zum GobalWomen’sStrike auf und nahm in den letzten Jahren an zahlreichen politischen Diskussionenteil. Seit 2012 ist Mahsa Ghafari im Vorstand der Organisation SOS Mitmensch aktiv.

Hans Peter Graß ist Geschäftsführer des Friedensbüro Salzburg, ausgebildeter Sonderschul- und Religionslehrer und dipl. Erwachsenenbildner. Er leitet das Projekt „WhyWar.at“, koordiniert friedenspolitische Veranstaltungen und ist Absolvent des Masterlehrgangs „Global Citizenship Education“. Hans Peter Graß bietet Workshops und Seminare zu den Themenschwerpunkten „Krieg und Frieden“,  bspw Vorurteile-Feindbilder-Rassismus und kollektive Kränkungen an.

Robert Misik ist Autor, Journalist, Theatermacher, Ausstellungskurator und lebt in Wien. Er schreibt für die Berliner „tageszeitung“, den „Falter“, die „Zeit“ und bloggt auf misik.at. Im Museum Arbeitswelt in Steyr kuratierte er die Ausstellung „Arbeit ist unsichtbar“, mit den Studierenden der Linzer Bruckner Universität inszenierte er „Unter Opfern – eine Diskurstheater-Revue“. Jüngste Buchveröffentlichung: „Herrschaft der Niedertracht. Warum wir so nicht regiert werden wollen.“ Demnächst erscheint im Suhrkamp-Verlag sein Buch: „Die falschen Freunde der einfachen Leute.“

Clara Tempel ist 23 Jahre alt und organisiert seit ihrer Jugend Aktionen Zivilen Ungehorsams z.B. zu den Themen Atomwaffen oder Klimagerechtigkeit. 2013 hat sie mit anderen zusammen JunepA (Junges Netzwerk für politische Aktionen) gegründet – eine Plattform für junge Menschen, die gemeinsam Aktionen für gesellschaftlichen Wandel organisieren wollen. Neben ihrem Aktivismus studiert Clara in Lüneburg „Studium Individuale“ mit dem Schwerpunkt Veränderungsprozesse und Soziale Bewegungen.

Harald Welzer studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Literaturwissenschaft an der Universität Hannover und wurde dort 1988 in Soziologie promoviert. Er war Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) und Leiter verschiedener Teilprojekte des Forschungsschwerpunkts KlimaKultur am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Derzeit ist Welzer Direktor von Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg. Daneben lehrt er an der Universität St. Gallen. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, zuletzt „Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen“. FischerTaschenbuch, Frankfurt a. Main 2019

 

Ort:
W&K-Atelier, 1. OG, Bergstraße 12
Theater im KunstQuartier, Paris-Lodron-Str. 2a, 5020 Salzburg

Eintritte:
Tagungsbeitrag: € 39.-
Ermäßigt  € 19.-

Anmeldungen und Infos:
Friedensbüro Salzburg
Franz-Josef-Straße 3
5020 Salzburg
Tel.: +43 (0) 662/ 87 39 31
Email: summerer@friedensbuero.at

Veranstalter:
Friedensbüro Salzburg, Universität Mozarteum Salzburg – Thomas Bernhard Institut, Prolit Salzburg,  Wissenschaft und Kunst

Mitveranstalter und Unterstützer:
Land Salzburg – Dialogjahr 2019
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
Plattform für Menschenrechte Salzburg,
Solidarisches Salzburg
Fridays for Future Salzburg

 

 

 

 

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